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Fröhlicher Hudlete-Betrieb regte zum Nachdenken an

wimmisJung und Alt feierte am Neujahrstag wiederum ausgelassen die Wimmiser Hudlete und Pöögglete. Am Nachmittag war Kinderfest, und am Abend kamen die Erwachsenen zum Zug. Allerdings hätte der Anlass eigentlich einen tieferen historischen Sinn.

Die inzwischen bereits wieder traditionelle Wimmiser Hudlete und Pöögglete hat ihre Wurzeln in einem Brauch aus früheren Jahrhunderten. Davon hat sich der Anlass inzwischen aber praktisch völlig gelöst und stellt heute eine Art Fasnachtsveranstaltung dar mit Kostümen, Guggemusiken, einem unterhaltsamen Kindernachmittag und einem Tanzanlass. Nach einer kulinarischen Stärkung und dem Urknall beim Schloss zogen die Gruppen am Neujahrsnachmittag in einem kleinen Umzug hinunter zur Schulanlage Chrümig. Mit dabei waren dieses Jahr die Junioren des Rollhockeyclubs, der Reitstall Lilihof, Geislechlöpfer aus Kriens LU, eine Schafherde samt Schäfer und natürlich die historischen Gestalten von Wimmis, die noch an den ursprünglichen mittelalterlichen Brauch erinnern. Zum ersten Mal seit längerem war die Wimmiser Guggemusik Schattepööggle wieder dabei, zwei originelle Wagen und natürlich die Trychlerfründe Wimmis, welche seit ein paar Jahren auch die Organisation des Anlasses übernommen haben. Zur Freude der Kinder trat dann am Kindernachmittag Meisterclown Galileo auf. Mittelalterlicher BrauchAm Abend kamen die Erwachsenen mit Tanz und Unterhaltung auf ihre Rechnung. Als Überraschungsgast trat der weitherum bekannte Rüedu vo Zäziwil auf, der mit seinen einmaligen Possen für Hochstimmung sorgte. «Ich habe weiss Gott nichts dagegen und mag den Kindern den Anlass gönnen», erklärte Lokalhistoriker Erich Liechti. Man müsse den Brauch aber eigentlich auf dem historischen Hintergrund mit seinen besonderen Wurzeln sehen, der wahrscheinlich aus der vorchristlichen alemannischen Zeit stamme. «Man muss sich vorstellen, dass zu jener Zeit bittere Armut und Finsternis im Dorf herrschten. Die ursprüngliche Hudlete und Pöögglete brachte im langen Winter etwas Unterhaltung zu den Leuten. Kinder und Erwachsene zogen verkleidet zu den wenigen Grossbauern, um Spenden für die Bedürftigen zu sammeln. Ich kann mich aber sogar an eine Frau erinnern, welche den Brauch noch in den Fünfzigerjahren mitmachte, um ihren Kindern Schuhe kaufen zu können», erzählte Erich Liechti. Aus geschichtlicher Zeit nachweisbar sind später das religiös motivierte Sternsingen und der sogenannte Bogentanz, beides ist heute nur noch Geschichte. Die historischen Figuren gibt es zwar zurzeit noch, aber man hat offenbar zunehmend Mühe, dafür Leute zu finden. Vorläufig jedoch treten sie noch auf: der Nachtwächter, der Bettler, der Narr, der Tod und die Elende Grete ebenso wie der Karten-, der Spreuer- und der Schipfimann. «Aber der Bezug zur Geschichte ist eigentlich verloren gegangen, sodass nach der Wiederbelebung vor einigen Jahren eine Art Fasnacht entstanden ist», bedauerte der Wimmiser «Kulturminister» Liechti. Ulrich Krummenacher>

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