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Fünfzig Rosen – am Ball der Uni Innsbruck

Fünfzig riesige Fotos einer Rose verzierten am Uniball in Innsbruck die Wände. Die Aufnahme stammt von Dagobert Scharf aus Madiswil. Er fotografiert nebenberuflich Pflanzen und Tiere und macht in seinem Studio Erotikbilder.

Fünfzig Rosen. Die Rede ist nicht vom Geburtstagsstrauss im gleichnamigen Roman des Schriftstellers Thomas Hürlimanns. Es geht vielmehr um Rosenbilder, die in Österreich Furore machten. Rosen auf den Tischen, Rosen an den Wänden, Rosen am Arm tanzender Damen: «Rosen» hiess denn auch das Thema am Uniball vom vergangenen Samstag in Innsbruck. Die Ballnacht gilt dort als gesellschaftlicher Höhepunkt des akademischen Jahres. 4500 Gäste tanzten und feierten im Congress, dem Kongresszentrum Innsbruck, bis weit in die Nacht hinein. Rosen, drei Meter hoch Das Hauptmotiv zur Dekoration der Eingangshalle und der fünf Säle im Congress stammte aus dem Oberaargau: Der Madiswiler Dagobert Scharf lieferte die Fotografie einer Rose, die am Ball fünfzigfach als drei Meter hohes Bild an den Wänden hing. Und die Rose zierte auch die Karte auf den Gästetischen. «Es war ein besonderes Erlebnis, meine Fotos dermassen gross und dermassen präsent zu erleben», sagt Scharf, der in Innsbruck als Ehrengast teilnahm. Madiswil–Innsbruck Wie kommt nun aber eine Rosenfoto aus Madiswil an den Ball in Innsbruck? «Die Veranstalter suchten zur Dekoration ein Blumenmotiv», erzählt Dagobert Scharf. Einer von ihnen habe sich an seinen Rosenkalender erinnert, den er mal einem Bekannten der dortigen Studentenverbindung geschenkt habe. «Auf meiner Homepage fand er dann meine Rosenbilder und kontaktierte mich.» Scharf konnte aber nicht einfach eine seiner bestehenden Fotos liefern. Er musste neu ans Werk, weil die Rose am Uniball genaue Kriterien erfüllen musste, zum Beispiel sollte sie vor weissem Hintergrund stehen. Der Madiswiler fotografierte also neue Rosenmotive. Eines davon wurde dann zum Sujet für die drei Meter grossen Wandbilder gewählt. An seiner Rose habe er nicht viel verdient, sagt Dagobert Scharf, gerade mal 100 Euro und Karten für den Ball. «Es ging mir aber auch nicht ums Geld, sondern darum, den Auftrag zu erhalten», gesteht der Madiswiler. Einst in der Porzi Hauptberuflich ist Dagobert Scharf nicht Fotograf. Der gebürtige Deutsche, der seit über zwanzig Jahren in der Schweiz lebt, ist Mineraloge. Er arbeitete bei der Keramik Laufen AG und kam vor Jahren zur damaligen Tochterfirma Porzellanfabrik Langenthal. «Ich war der letzte technische Koordinator der Porzi», erinnert er sich. Später wechselte Scharf zu Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in Dübendorf. Dort ist er Fachspezialist in der Abteilung Hochleistungskeramik. Professionelle Models Doch in der Freizeit gilt seine Passion der Fotografie. Er schiesst Bilder von Landschaften, Blumen, Insekten. Auch Erotikbilder gehören zu seinem Arbeitsfeld. «Ich besitze ein grosses Wohnzimmer, das ich in ein Fotostudio umbauen kann.» Dort entstehen jeweils Bilder von professionellen Models – oder eben von Rosen. Viele seiner Motive sind schon als Kalender erschienen. Dagobert Scharf fühlt sich wohl in der Schweiz. «Ich bin heute mehr Schweizer als Deutscher», gesteht der Single. Doch auch Abstecher ins Ausland geniesst er – zum Beispiel an den Uniball in Innsbruck. Herbert Rentsch >

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