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Für die Freiheit gekämpft

MattenAn der 100.Hauptversammlung des Vereins Tell-Freilichtspiele Interlaken im Kirchgemeindehaus wurden

«Es ist beruhigend, Jahr für Jahr mit einer solch tollen Truppe gegen die Habsburger anzutreten und zu gewinnen», schreibt Tellspiel-Präsident Peter Wenger in seinem Geschäftsbericht 2010. Es ist nicht nur eine tolle, sondern auch eine routinierte Truppe, die seit 1912 auf der Freilichtbühne am Rugen in Matten Schillers Tell aufführt. Trudi Seydoux feierte in der vergangenen Spielsaison ihre 900.Aufführung, Annie Damian und Walter Balmer traten zum 800.Mal auf. Dem Trio wurde an der Hauptversammlung mit Standing Ovations für ihre Treue gedankt. Dazu kommen 30 weitere Spielerinnen und Spieler mit einem geraden Jubiläum (siehe Kasten). Ein Phänomen Die Tellspieler kamen zwar zu ihrer 100.Hauptversammlung zusammen. Zu einer Jubiläumshauptversammlung also. Weil aber das Schauspiel von Friedrich Schiller erstmals 1912 aufgeführt wurde, wird das grosse Jubiläum erst im kommenden Jahr gefeiert. Präsident Peter Wenger ist überzeugt: «Die Tellspiele Interlaken sind ein Phänomen.» Jahr für Jahr gelinge es, rund 30000 Zuschauer zu begeistern. Die Kosten von jährlich einer Million Franken würden ohne jegliche öffentliche Betriebszuschüsse und Subventionen, rein durch Einnahmen aus dem Spielbetrieb bestritten. Nur bei grösseren Investitionen habe der Verein bei Behörden und Institutionen um einmalige Beiträge gebeten. Und diese auch erhalten. «Möglich ist dies aber nur dank immenser Freiwilligenarbeit der 250 Tellspielerinnen und Tellspieler vor und hinter den Kulissen», weiss Präsident Wenger. 2009 war mit über 33000 Zuschauern ein aussergewöhnlich gutes Jahr für die Tellspiele. 2010 kam der Ausgleich: «Nur» 25099 Zuschauer fanden den Weg auf die Tellspieltribüne. «Das kam nicht völlig überraschend», erklärt Peter Wenger. 2009 hätten verschiedene Beiträge des Schweizer Fernsehens zu einem Boom geführt, 2010 habe man die grosse Konkurrenz – unter anderem das Musical «Dällebach Kari» auf der Thuner Seebühne – und das oft schlechte Wetter zu spüren bekommen. Obschon die Billetteinnahmen rund 114000 Franken unter dem Budget lagen, weist die Erfolgsrechnung einen Gewinn aus. Wie kommt das? In der Bilanzposition Rückstellungen wurde «aufgeräumt», wie Finanzchefin Regula Rösch erläuterte. Einerseits wurden Rückstellungen und Fonds aufgelöst, andererseits neue, steuerlich anerkannte Reserven gebildet. «Wir wollen auf keinen Fall darüber hinwegtäuschen, dass wir letztes Jahr effektiv einen Verlust hatten», erklärte Regula Rösch. Die Rückstellungen hätten nun aber bereinigt werden können, ohne dass in der Jahresrechnung ein grosser Gewinn entstanden sei. So schliesst nun die Erfolgsrechnung bei einem Aufwand von 992000 Franken und Investitionen von 153000 Franken mit einem Gewinn von 20000 Franken ab. Das Budget 2011 sieht bei leicht erhöhten Eintrittspreisen ein Defizit von 16700 Franken vor. Neu in den Vorstand wurden gewählt: der Mattner Christian Eymann als Chef Technik und Jürg Brönnimann (Interlaken) als Chef Finanzen. Ihre Vorgänger, Christoph Dietrich und Regula Rösch (die auch Vizepräsidentin war), wurden mit Lob, Dank und einem Präsent verabschiedet. Solange es die Tellspiele gibt Bauchef Jürg Kübli stellte aufs Jubiläumsjahr 2012 hin einen neu gestalteten Eingangsbereich zum Tellspielgelände in Aussicht und Geschäftsführer Marcel Furer unter anderem Jubiläumsaktionen zusammen mit der gleichaltrigen Jungfraubahn. Gemeinderat Werner Gartenmann überbrachte zusammen mit Ratskollegin Brigitte Wahli die Grüsse der Gemeinde Matten. «Solange es die Tellspiele gibt, gibt es auch die Schweiz», ist sich Gartenmann sicher. Freundschaftliche Grüsse überbrachte auch eine Delegation der Tellspielgesellschaft Altdorf. Nach zwei Stunden konnte Präsident Peter Wenger die 168 Versammlungsteilnehmer (129 von ihnen stimmberechtigt) zu Apéro und Nachtessen einladen. Ueli Flück >

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