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Gedanken übers Glück mit dunklem Rand

Interlaken«Finsteres Glück» heisst das neuste Buch

«Sie hatte den Vorhang ihrer schulterlangen Haare zugezogen. – Don’t touch me!», las Lukas Hartmann zu Beginn der Lesung aus seinem neusten Buch «Finsteres Glück». Und erntete schüchterne Lacher aus dem Publikum im Hotel Interlaken. Denn welche Mutter und welcher Vater wüsste nicht, was es heisst, unbeschadet durch einen Alltag mit Teenagern zu kommen Was, gemäss Hartmanns Buch, selbst für eine Psychologin nicht einfach ist. Verlust und Ohnmacht Hartmann erzählt jedoch nicht nur die Geschichte seiner Prota-gonistin Eliane Hess, Psychologin für schwer Traumatisierte, sondern auch diejenige von Yves, einem Achtjährigen, dessen ganze Familie durch einen Autounfall ums Leben kommt. Sie befand sich im August 1999 auf dem Heimweg, nachdem sie im Elsass der totalen Sonnenfinsternis beigewohnt hatte. Verlust und Ohnmacht zerbrechen den Jungen beinahe. Hoffnung und Geborgenheit Der Inhalt von «Finsteres Glück» wirkt zwar vorerst rabenschwarz, doch die Dunkelheit lichtet sich durch die starke Hoffnung, die Raum für neues Glück entstehen lässt.«Mich interessierte immer schon, was sich durch einen Weggang beim Zurückkommen verändert», sagte Hartmann. Er sprach damit sowohl seine letzten Romane als auch den Prozess an, den seine Protagonistin im neusten Buch durchläuft, weil sie sich von der vorgegebenen Professionalität abwendet, indem sie den Jungen vorerst bei sich aufnimmt. Dem Autor gelingt es glaubwürdig, sich in der Ich-Form in die Frauenrolle einzudenken. Hartmanns Stimme ist tief und angenehm. Durch sein perfekt gesprochenes Hochdeutsch versteht es der studierte Germanist und Psychologe, der vor seiner Schriftstellerkarriere als Lehrer und Journalist tätig war, grosse Spannung zu erzeugen. «Verlassenes Kind in uns» «Dort, wo man zu Hause ist, findet man immer auch die Welt», sagte der Autor in Bezug auf sein gesamtes bisheriges Werk. «Altes geht, und Neues kommt.» Der Prozess des Empfindens dabei sei wesentlich. Im neusten Buch erkenne er sich in verschiedenen Figuren wieder. «Mich berührt das verlassene Kind in jedem von uns gleichsam wie die (männliche) Sehnsucht, einem Kind Vorbild zu sein.» Was finsteres Glück bedeute, habe ihn kürzlich ein Kind gefragt. «Ist das Glück mit einem dunklen Rand darum?»Sonja Bauer>

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