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Gefährliche Bauarbeiten neben fahrenden Zügen

AaretalBis am 10.Dezember fahren die Züge zwischen Thun und Uttigen nur auf

34 Jahre alt sind die ältesten Bestandteile des einen Gleises zwischen Thun und Uttigen. Seit sie eingebaut wurden, hat der Zugverkehr auch auf dieser Strecke um ein Vielfaches zugenommen. Es war somit an der Zeit, dieses Gleis auf einer Länge von 4,5 Kilometern zu ersetzen und dabei auch den ganzen Untergrund zu erneuern. Der Startschuss fiel am 31.Oktober, die Arbeiten dauern noch bis am 10.Dezember. Weil die Strecke in dieser Zeit nur einspurig befahrbar ist, gibt es Fahrplanänderungen, Zugausfälle und Verspätungen (wir berichteten). Da solche Unregelmässigkeiten für die Reisenden ärgerlich sind, luden die SBB gestern die Medien zu einer Baustellenbesichtigung. «Die grosse Herausforderung besteht für uns darin, dass der An- und Abtransport des Materials nicht über das zweite Gleis abgewickelt werden kann», sagte Hans Bachmann, der bei den SBB die Ausführung des Projektes leitet. «Denn auf diesem verkehren die Personen- und Güterzüge. Wir müssen also minutiös planen, damit die Gleisbauer in den zwei Schichten zwischen 6 und 22 Uhr immer das Gerät und Material zur Verfügung haben, das sie benötigen.» Ohrenbetäubender Lärm Das maschinelle Herz der Gleiserneuerung heisst Puscal 2: Das ist ein Bauzug, der 48 Tonnen schwer und 55 Meter lang ist; hinzu kommen noch zusätzliche Material- und Energiewagen. Zuerst schneiden die Gleisbauer die beiden Schienen in 18 Meter lange Stücke. Dann fährt der Puscal darüber, hebt die Schienen samt den Schwellen hoch und transportiert sie mit einem Kran zum hinteren Teil des Zuges, wo die alten Schwellen ersetzt werden. Gleichzeitig gräbt sich der Puscal unter ohrenbetäubendem Lärm in den Untergrund. Der Schotter und 30 weitere Zentimeter Boden werden entfernt. Denn auch dieses Material ist mit der Zeit brüchig geworden und damit ungeeignet, um dem Gewicht der Züge und den Erschütterungen standzuhalten. Sobald das alte Material weg ist, bringt der Kran eine Ladung Kies und verteilt sie in der Grube. Schliesslich kommt eine Schicht neuer Schotter auf den Kies, gefolgt von den Schwellen und Schienen. Der Puscal gehört nicht den SBB, sondern der Firma Scheuchzger. «Dieses Unternehmen ist nicht nur hier, sondern in ganz Europa tätig», sagt Hans Bachmann. Punkto Zeitplan besteht also absolut kein Spielraum. «Wenn wir in Rückstand geraten, verlängern sich die Schichten dementsprechend», führt Bachmann aus. Umbau kostet 8 Millionen Weil Zeit immer auch Geld ist, haben sich die SBB für eine komplette Gleissperrung entschieden. «Dadurch kann das Gleis in sechs statt fünfzehn Wochen umgebaut werden», sagt SBB-Projektleiter Markus Gerber. Zudem können die Arbeiten tagsüber stattfinden, wodurch die lärmintensiven Nachtarbeiten auf ein Minimum reduziert werden könnten. Die Kosten für den Umbau betragen knapp 8 Millionen Franken. Pro Jahr geben die SBB 630 Millionen Franken allein für den Unterhalt ihrer Einrichtungen aus. Marc Imboden>

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