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Geisterstunde – den ganzen Tag lang

HerzogenbuchseeDie Glocken sind verstummt, die Kirchenuhr tickt nicht mehr. Wegen Revisionsarbeiten steht in Herzogenbuchsee zehn Tage lang die Zeit still.

Stillstand bei der reformierten Kirche von Herzogenbuchsee: Die Turmuhr verharrt seit Tagen bei 12.01 Uhr, das Glockengeläut ist verstummt. Nichts geht mehr. Erträgt das Uhrwerk die winterliche Kälte nicht? Wer solches denkt, liegt ziemlich falsch. Ein technischer Defekt könne ausgeschlossen werden, heisst es bei der reformierten Kirchgemeinde. Die Uhr brauche ganz einfach eine Revision. Seit letzten Montag sind die Monteure am Werk, zehn Tage dürften sie im Kirchturm beschäftigt sein. In dieser Zeit werden die Glocken «nicht regelmässig läuten», teilt die Kirchgemeinde im Amtsanzeiger mit. Schutz in KriegszeitenDiese Auffrischung tut dem Gotteshaus gut, schliesslich ist es nicht mehr das jüngste. Erbaut wurde es ums Jahr 800 auf den Trümmern einer römischen Villa. Seither sind an selber Stelle mindestens drei neue Kirchen entstanden. In Kriegszeiten bot der burgähnlich befestigte Hof der Bevölkerung Schutz, zum Beispiel während des Bauernkrieges im Jahr 1653. Die heutige Saalkirche stammt aus dem Jahr 1728 und wurde an den älteren, gotischen Turm angebaut. 1912 kam das berühmte Glasgemälde-Triptychon «Bergpredigt» von Eugène Burnand hinzu. Exakt 100 Jahre sind seit dem Einbau dieses mächtigen Glaskunstwerks vergangen. Manchen Wintersturm hat die Kirche seither erlebt, manchen Pfarrer kommen und gehen sehen. Die Zeit ist gewiss nicht stillgestanden, nur die Uhr der Kirche macht nicht mehr mit. Zehn Tage dauert der Spuk, dann wird die Geisterstunde vorbei sein. Stefan Schneider>

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