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Gemeinde kaufte falsche Buchser-Bilder

Die Gemeinde Feldbrunnen besitzt zwei Bilder, die im Stil des Malers Frank Buchser gemalt sind. Eine Untersuchung hat nun ergeben, dass die Bilder zwar im 19.Jahrhundert gemalt wurden, aber von einem anderen Maler stammen.

Im vergangenen September sorgte Gemeindepräsident Rolf Studer für eine Überraschung im Gemeinderat von Feldbrunnen, als er mitteilte, er hätte in eigener Regie für die Gemeinde zwei Bilder kaufen können. Preis: 1500 Franken. «Es könnte sein, dass diese durch den bekannten Feldbrunner Maler Frank Buchser gemalt wurden», erklärte er. Buchser lebte von 1828 bis 1890 und war als Maler und Abenteurer in der ganzen Welt unterwegs. Eine fast ebenso abenteuerliche Geschichte umgibt die beiden Bilder. Besitzer war ein älteres Ehepaar. «Ein guter Bekannter von ihnen, ein Einwohner von Feldbrunnen, besuchte mit ihnen das hiesige Dorfmuseum», erklärte Rolf Studer. Die beiden fanden, die Bilder wären an diesem Ort am besten aufgehoben. So kam es zum Kauf. Bilder aus der WäschereiWie kam man aber auf den Maler Frank Buchser? Die Bilder seien früher im Besitz einer Familie gewesen, die im 19.Jahrhundert bereits eine Wäscherei an der hinteren Gasse in Solothurn betrieben habe. «In dieser Wäscherei verkehrte auch Frank Buchser, der wegen Geldmangel auch mal mit Bildern bezahlt hat», sagte Rolf Studer. Dazu komme, dass auf dem einen Bild ein Zelt in einer Landschaft stehe, die für Nordafrika typisch sei. Und Buchser habe diverse Bilder dort gemalt. «Auch die dunkle Malerei passt zu Buchser», meinte Studer weiter. So beschloss der Rat damals, die beiden Gemälde für 2400 Franken aus dem Kulturfonds der Gemeinde am Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft (SIK) in Zürich untersuchen zu lassen. Vorgängige Abklärungen im Kunstmuseum Solothurn – es besitzt mit über 60 Bildern die bedeutendste Werkgruppe Buchsers – führten zu keinen Ergebnissen. Maler unbekanntDas Resultat ist ernüchternd: Die Bilder sind nicht von Frank Buchser, wurden aber zu dessen Lebzeiten vor über 120 Jahren gemalt. Aber von wem? Wie Rolf Studer erklärte, könnte man das herausfinden. «Da müssten Spezialisten herbeigezogen werden, das kostet schnell einige tausend Franken.» Eine absolute Sicherheit gebe es aber auch dann nicht. Aus diesem Grund kann auch nichts über den künstlerischen Wert der Kunstwerke gesagt werden. Was nun? «Sobald wir die Bilder zurückhaben, werden wir entscheiden, was mit ihnen geschieht», so Studer.

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