Gemeinden laufen mit Richtplan für Mountainbike-Routen auf

Die Delegierten der Regionalkonferenz Oberland-Ost stimmten allen Geschäften einstimmig zu. Keine Freude kam bei der Vorstellung des Mountainbike-Routenkonzepts auf.

Das Konzept für Mountainbike-Routen im östlichen Oberland konnte nicht in einen Teilrichtplan überführt werden.<br><i>(Symbolbild/Archiv)</i>

Das Konzept für Mountainbike-Routen im östlichen Oberland konnte nicht in einen Teilrichtplan überführt werden.
(Symbolbild/Archiv)

«Es ist nicht gerade ein erfreuliches Geschäft», führte Geschäftsleitungsmitglied Urs Graf (Interlaken) in seinen Themenvortrag an der Versammlung der Regionalkonferenz Oberland-Ost (RKOO) ein. Grafs Aussage könnte auch mit «Ziel nicht erreicht» ergänzt werden. Denn das Konzept für Mountainbike-Routen im östlichen Oberland konnte nicht in einen Teilrichtplan überführt werden.

«Heute geht es einzig darum, die erzielten Resultate abzusichern», sagte Graf vor seinen Amtskolleginnen und -kollegen aus 26 Gemeinden. Es seien Routen entwickelt sowie getestet und lokale Kenntnisse in Erfahrung gebracht worden. Begehungen mit Interessenvertretern und Fachstellen hätten stattgefunden.

Starke Wanderweg-Lobby

«Bei einzelnen der Fachstellen war die Kompromissbereitschaft nicht sehr gross», kritisierte Graf und ortet «eine starke Lobby seitens der Berner Wanderwege». Zudem seien kritische, teilweise negative Rückmeldungen seitens der Grundeigentümer eingegangen. Deshalb habe sich abgezeichnet, dass eine genehmigungsfähige Richtplanung mit attraktiven Routen praktisch nicht realisierbar sei. Die Gemeindevertreter winkten das Konzept einstimmig durch, im Wissen darum, dass dieses Konzept für die kantonalen Behörden nicht verbindlich ist, aber für die Regionsgemeinden gilt.

«Bei einzelnen Fachstellen war die Kompromissbereitschaft nicht gross.»Urs Graf, Mitglied der Geschäftsleitung der Regionalkonferenz Oberland-Ost

Ebenfalls einstimmig und diskussionslos genehmigte die Versammlung den aktuellen Nutzungs- und Infrastrukturrichtplan (NIRP) Flugplatz Interlaken. Damit ist die planerische Grundlage für die Entwicklung des Flugplatzareals auf dem neusten Stand. Zuvor hatte Geschäftsleitungsmitglied Urs Graf in der Vorstellung des Geschäftes dargelegt, dass seit 2009 der Standort Flugplatz vom Kanton Bern als Entwicklungsschwerpunkt (ESP) eingestuft wird. Das Flugplatzareal werde derzeit durch einen Direktanschluss mit der Ausfahrt der A8 Matten/Wilderswil verbunden. In den bestehenden Gewerbezonen innerhalb des ESP herrsche rege Bautätigkeit.

Auf dem Areal soll zudem eine Arbeitszone von kantonaler Bedeutung (strategische Arbeitszone) eingerichtet werden; deren Lage habe mittlerweile definiert werden können. Der Hochwasserschutzkorridor bilde dabei ein wesentliches Kriterium für die räumliche Einteilung der Zonen. Aufgrund dieser Faktoren hat sich die Ausgangslage deutlich verändert. Dies erfordert eine Anpassung des Nutzungs- und Infrastrukturrichtplans. Der NIRP stellt ein umfangreiches, wichtiges Instrument für die Entwicklung der Region Oberland-Ost dar.

Jahresrechnung abgesegnet

Die Delegierten genehmigten einstimmig und diskussionslos die Jahresrechnung 2018. Diese schliesst im Gesamthaushalt mit einem Aufwandüberschuss von 37'800 Franken ab. Da die Regionalkonferenz keine gebührenfinanzierten Spezialfinanzierungen führt, entspricht das Resultat im Gesamthaushalt auch jenem im allgemeinen Haushalt.

Als Ersatz für den zurückgetretenen Gemeindepräsidenten und Kommissionsmitglied Bruno Trachsel (Leissigen) wurde Rachel Arkin, Gemeindepräsidentin ad interim von Leissigen, in die Kommission öffentlicher Verkehr gewählt. Leissigens neue Gemeindepräsidentin, Erika Jost, tritt ihr Amt erst Anfang August an. Ohne Diskussion genehmigten die Delegierten den von RKOO-Präsident Peter Aeschimann erläuterten Geschäftsbericht.

Berner Oberländer

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