Gemeinderat erteilt der Umfahrung eine Absage

Kandersteg

Statt Tempo 30 und einer Umfahrung sollen in Kandersteg Schülerpatrouilleure den Verkehr während der Tunnelsanierung regeln.

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Aufgrund der Abwägung zwischen Sicherheit und Kosten habe der Gemeinderat beschlossen, sowohl auf eine Umfahrung «Meri» als auch auf eine temporäre Geschwindigkeitsreduktion im Rahmen der Fahrbahnsanierung beim Lötschberg-Scheiteltunnel zu verzichten. Dies geht aus einer Mitteilung des Gemeinderats hervor.

Darin beruft sich der Gemeinderat auf die von der BLS Netz AG in Auftrag gegebene Studie zur Umfahrung für den Werkverkehr via Zubringer Autoverlad-Parkplatz BLS–Bütschelsbrücke–Hüttetürli–Innere Dorfstrasse, die mit Kosten (inklusive Rückbau) von circa 230'000 Franken rechne. Die BLS Netz AG schlage demnach eine Kostenbeteiligung der Gemeinde von 80 Prozent vor. Die Kosten für die Einführung einer temporären Geschwindigkeitsreduktion auf 30 Kilometer pro Stunde belaufen sich laut Mitteilung auf circa 10'000 Franken.

«Eine Umfahrung «Meri» würde das Sicherheitsproblem lediglich verlagern, da sie im Bereich Kassenhäuser des Autoverlads und beim Bahnhof zu Kreuzungssituationen mit dem Verladeverkehr führt», lautet die Begründung des Gemeinderats. Auf der Bütschelsstrasse würde zwischen der Brüggeweidlistrasse und der Inneren Dorfstrasse ein Mehrverkehr entstehen, welcher den Fussgängerverkehr beeinträchtigen würde, der von der Brüggeweidlistrasse auf den Eisbahnweg verlegt werden müsste. Die Umfahrungsmöglichkeit werde als nicht nachhaltig beurteilt, da diese nach Abschluss der Tunnelsanierung wieder zurückgebaut werde und zu «unverhältnismässigen Kosten zulasten der Gemeinde» führe.

Kontrollen und Warnungen

«Eine temporäre Geschwindigkeitsreduktion auf 30 Kilometer pro Stunde während der Bauzeit könnte zu einer Erhöhung der Sicherheit führen. Sie reduziert die Unfallgefahr, schliesst sie jedoch nicht aus», heisst es weiter. Von einer Temporeduktion wäre nicht nur der Werkverkehr der Tunnelbaustelle, der gemäss Verkehrszählung nur circa ein Viertel des Schwerverkehrs auf dem Gemeindegebiet ausmacht, sondern wären alle Verkehrsteilnehmer inklusive öffentlicher Verkehr betroffen.

Zur Optimierung der Sicherheitssituation plant der Gemeinderat stattdessen die Einsetzung von Schülerpatrouilleuren bei den wichtigsten Strassenübergängen. Zudem sollen die Verkehrsteilnehmer durch Informationsblachen sensibilisiert werden und mit Smiley-Geräten sowie Geschwindigkeitsmessungen gewarnt werden.

pd

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