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Gemeinderat geht in die Offensive

Der Langnauer Gemeinderat will für das kommende Jahr die Steuern senken – und mehr Geld an die Ilfisstadion AG zahlen.

Es ist die Zeit, in der andere Gemeinden ihre Steueranlage eher erhöhen als senken. Und vor allem ist es die Zeit, in der in Langnau grosse Investitionen anstehen – zum Beispiel 9 Millionen Franken für eine neue Sporthalle, 5 Millionen für die Sanierung der Ilfishalle, 2,4 Millionen für die Erneuerung der Oberfeldstrasse und 1 Million für den Ausbau des Ilfis-Schulhauses. Ausgerechnet in dieser Zeit will der Langnauer Gemeinderat die Steueranlage senken – von 1,82 auf 1,72 Einheiten. Das Budget 2011 sieht bei einem Aufwand von 42,5 Millionen ein Minus von 920000 Franken vor. Mit dem heutigen Steuerfuss wäre es ausgeglichen. Grosses Eigenkapital Warum diese Senkung? Bernhard Antener nennt mehrere Gründe. Einerseits habe Langnau seit 1994, seit er Gemeindepräsident sei, stets die gleiche Steueranlage. Andere Orte hätten im gleichen Zeitraum Senkungen beschlossen, müssten nun aber auch wieder über Erhöhungen diskutieren. Andererseits habe Langnau in den letzten Jahren 6,3 Millionen Eigenkapital angehäuft. Und die Gemeinderechnungen schlossen fast durchwegs besser ab als budgetiert. Auch heuer dürfte aus dem erwarteten Verlust ein Gewinn werden, sagt Gemeinderat Toni Lenz. «Das hat uns zur Vorwärtsstrategie ermutigt.» 200000 Franken Nebst dem Steuerfuss und der Hundetaxe (von 50 auf 80 Franken) sieht das Budget 2011 noch eine weitere Änderung vor: Seit 1994 bezahlt die Gemeinde pro Jahr 70000 Franken an die Ilfisstadion AG (Isag). Neu sind es 200000 Franken. «Im Gegenzug», fügt Antener sofort an, «hat die Isag die Auflage, die Eisvermietung an die SCL Young Tigers zu vergünstigen.» Der Tigers-Profibetrieb wiederum müsse in Zukunft 23000 Franken an die Sicherheits- und 7000 Franken an die Reinigungskosten bei den Heimspielen bezahlen. Es gebe keinen Grund, hinter der Neuregelung irgendeine Bevorteilung zu wittern, erklären Antener und Lenz. Andere Gemeinden liessen sich ihre Eisinfrastruktur nämlich viel mehr kosten: Die Stadt Zug baute für 61 Millionen ein neues Stadion, Rapperswil-Jona erlässt dem örtlichen Hockeyklub, den Lakers, die Eismiete, und in Langenthal beschliesst das Stimmvolk am Sonntag über einen 2,9-Millionen-Kredit für die wirtschaftliche Sanierung der Eishalle und einen jährlichen Betriebsbeitrag von 607000 Franken. Das Volk entscheidet Über das Langnauer Budget 2011 gibt es – wegen der Steuersenkung – am 28.November ebenfalls eine Volksabstimmung. Bereits am 18.Oktober steht die Debatte im Grossen Gemeinderat an. Markus Zahno>

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