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Geschenk für den Kronprinzen

Mit dem Sieg am «Oberaargauischen» in Eriswil hat sich Kilian Wenger definitiv zum Mitfavoriten um den Titel des Schwingerkönigs gemausert. Der morgen 20 Jahre alt werdende Oberländer bezwang im Schlussgang Florian Gnägi.

Rund vier Wochen vor Beginn der Fussballweltmeisterschaft ist das Sammelfieber in der Schweiz längst ausgebrochen, die Panini-Kleber der kickenden Stars finden reissenden Absatz. Auch in der Schwingerszene werden derzeit rege Bildchen getauscht; im Vorfeld des eidgenössischen Kräftemessens in Frauenfeld lancierte die Schwingerzeitung «Schlussgang» ein Sammelbuch mit dem Titel «Der König». Das Abziehbildchen Kilian Wengers dürfte seit gestern besonders gefragt sein: Er sicherte sich am «Oberaargauischen» in Eriswil vor 2100 Zuschauern den Festsieg. Lokalmatador Matthias Sempach (Alchenstorf) verpasste den Schlussgang und wurde Dritter. Mental gereift Im Schlussgang griff der Oberländer, welcher morgen seinen 20.Geburtstag feiert, mit dem zwei Jahre älteren Florian Gnägi zusammen; nach zögerlichem Beginn beförderte Wenger seinen seeländischen Widersacher mit einem «Kurz» ins Sägemehl. Gnägi stand danach sprichwörtlich im Regen, dieser hatte unmittelbar vor dem finalen Duell eingesetzt. Er hätte sich kein schöneres Geburtstagsgeschenk machen können, sagte Kilian Wenger. Als wichtigste Erfolgsfaktoren bezeichnete er seinen offensiven Kampfstil («in dieser Saison wird bisher aussergewöhnlich oft gestellt») und seine Stärken im mentalen Bereich. «Schwingen ist auch Kopfsache, mit Muskeln allein lässt sich auf Dauer nichts gewinnen», erklärte der dreifache Kranzfestsieger. Dass er sich derzeit kaum aus der Ruhe bringen lässt, bewies Wenger im dritten Gang, als er erstmals auf Gnägi traf. Zweimal schien dieser mit dem Rücken das Sägemehl touchiert zu haben; die Kampfrichter aber werteten das Duell – zur allgemeinen Überraschung – gestellt. «Es war wohl eine harte Entscheidung. Ich konnte diese jedoch akzeptieren und habe nicht unnötig Energie verloren.» Kein Geheimfavorit mehr Seine mentale Stärke gründe im Brünig-Schwinget 2007, erklärte Kilian Wenger. Als 17-Jähriger hatte er damals völlig überraschend den Eidgenossen Philipp Laimbacher gebodigt. «Danach hat sich in meinem Kopf etwas grundlegend verändert; seither glaube ich viel stärker an mich», sagte der Horbodener. Nach den Siegen an den Frühjahresschwingen in Zäziwil und Thörigen, dem Kranzgewinn am «Emmentalischen» und dem gestrigen Coup ist Wenger vom Geheim- zum Mitfavoriten um den Königstitel avanciert; jenseits der Kantonsgrenze wird er dieser Tage gar höher gehandelt als Kilchberg-Sieger Christian Stucki. Zusätzlichen Druck verspüre er deswegen indes keinen. «Dass man von mir spricht, ist ein gutes Zeichen», sagte Wenger schmunzelnd. Philipp Rindlisbacher/fra >

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