Zum Hauptinhalt springen

Gibts bald Praktika für Jugendliche?

Transfair bietet seit 15 Jahren Arbeitsplätze für psychisch beeinträchtigte Menschen an. Heute sind es rund 200, und es werden wohl bald mehr. In Zukunft möchte Transfair Praktika für Jugendliche ohne Lehrstelle anbieten.

Transfair beschäftigt jährlich mehr Menschen. Das ist nicht zwingend ein gutes Zeichen. Zwar zeigt es einerseits, dass die Firma gut wirtschaftet, andererseits lässt es auch den Schluss zu, dass es immer mehr psychisch beeinträchtige Menschen gibt. Das bestätigt Geschäftsführer Rolf Glauser: «Knapp die Hälfte der IV-Bezüger sind heute wegen psychischen Problemen angemeldet. Und die Zahl wird in der Zukunft weiter zunehmen.» Im 15. Geschäftsjahr ist das Angebot von Transfair deshalb wichtiger denn je. Heute arbeiten bei Transfair rund 300 Personen, wovon 200 psychisch beeinträchtigt sind. So funktioniert es Bezüger einer IV-Rente auf Grund einer psychischen Beeinträchtigung melden sich bei Transfair. Die Firma versucht danach, eine der Ausbildung und den Ressourcen entsprechende Teilzeitstelle zu finden. «Wir haben breites Angebot, wir können sowohl jemandem ohne Lehrabschluss als auch einem Hochschulabsolventen einen Beschäftigung bieten», sagt Glauser. Der gross gewachsene Unternehmer kann mittlerweile auf mehrere Geschäftsbereiche blicken. Wichtigter Eckpfeiler ist die Gastronomie, wo rund 120 Leute arbeiten. Im Zentrum steht hierbei das Restaurant Zündkapselfabrik an der Uttigenstrasse in Thun. Weitere Dienstleistungen reichen von administrativen Aufgaben über die Bewirtschaftung von Online-Shops bis hin zur Herstellung von Steinschlagnetzen. Zudem bietet die Firma berufliche und Integrationsprogramme an. Auf grünem Zweig Wie jedes Unternehmen, fing auch Transfair klein an. Eduard Siemers und Verena Feller gründeten 1994 auf Initiative von Werner Saameli, dem damaligen Chefarzt der Psychiatrischen Dienste am Spital Thun, ein Spitallädeli, wo psychisch beeinträchtigte Menschen arbeiten konnten. 1998 zog Transfair ins Industrieareal Bierigut. Es ergaben sich neue Möglichkeiten: So übernahm das Unternehmen das Personalrestaurant der dort angesiedelten Schleuniger AG. Die Firma wuchs jährlich, erschloss neue Geschäftszweige und stellte mehr Menschen an. Dann, nach dem Jubiläumsjahr 2005 kriselte es: Liquiditätsprobleme und Personalwechsel brachten Transfair vom Kurs ab. Es resultierte ein grosser Verlust. 2007 erfolgte ein Neustart unter Rolf Glauser. «Neue Aufträge und viel Unterstützung von allen Seiten brachten uns zurück auf den Erfolgskurs», erinnert er sich. Die Sozialfirma erwirtschaftet jährlich einen Nettoertrag von 3,4 Millionen Franken. Zwei Grossprojekte Transfair wächst weiter. Die Firma wurde gemeinsam mit der Firma Eclipse SA letztes Jahr zur Betreiberin des neuen Kultur- und Kongresszentrum Thuns auserkoren. «Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Wir freuen uns über die vielen Buchungen, die bereits eingegangen sind», sagt Glauser. Ein anderes Ziehkind, das aber noch auf etwas wackeligen Beinen steht, ist die Job Factory – ein Gemeinschaftsprojekt mit den Stiftungen gad und sbe. Kurz zusammengefasst geht es darum, Praktikas an Jugendliche anzubieten, die ohne Lehrstelle dastehen. In einem Art Warenhaus sollen sie als Verkäufer oder Kellner ausgebildet werden. Läufts nach Plan, wird die Job Factory Ende 2011 in der Selve ihre Tore öffnen. Doch erst müssen noch Firmen gefunden werden, welche mitmachen wollen. «Die Suche verlief bislang nicht so erfolgreich, wie wir das erhofft haben.» Christoph Kummer •http://www.trans-fair.ch >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch