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Glaubwürdigkeit gefährdet

Am Tag, an dem das umstrittenste Schweizer Atomkraftwerk nach längerem Unterbruch wieder hochgefahren wird, ist der Chef der Atomaufsichtsbehörde Ensi für die Medien nicht erreichbar. Das ist – spätestens nach der AKW-Katastrophe in Fukushima – nicht nachvollziehbar. Das zeigt, dass die staatliche Nuklearaufsichtsbehörde Wirkung und Notwendigkeit ihrer Kommunikation unterschätzt. In der Atomdebatte dürstet die Öffentlichkeit nach Informationen, welche die Sicherheit in den AKW betreffen. Verwirrend ist auch die nur schwer verständliche Definition des Begriffs Sicherheit des Ensi. In den gestern im Internet aufgeschalteten Stellungnahmen zu den Kernmantelrissen im AKW Mühleberg sorgte die Behörde für Verwirrung. Wenn sich das Ensi zuerst wohlwollend über den Sicherheitszustand des Kernmantels äussert, im nächsten Satz aber weitere Nachrüstungen fordert, so ist das gelinde gesagt irreführend. Kommt dazu, dass das Ensi die Antwort schuldig blieb, weshalb genau diese Nachrüstungen nötig sind. Ähnliches hat sich bereits Anfang September ereignet: Damals sagte Ensi-Direktor Hans Wanner vor den Medien, Mühleberg erfülle betreffend Hochwasserschutz nur die Minimalstandards, das reiche aber aus für einen Weiterbetrieb. Mit solch widersprüchlichen und nur schwer nachvollziehbaren Aussagen schadet das Ensi seinem Ruf als kompetente, unabhängige eidgenössische Sicherheitsbehörde. In einer Zeit, in der in der Atomfrage jedes einzelne Wort auf die Goldwaage gelegt wird und wichtige politische Entscheide bevorstehen, ist das pures Gift für die Glaubwürdigkeit des Ensi. Mail: philippe.mueller@ bernerzeitung.ch Diskussion: blog.bernerzeitung.ch/ leserblog>

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