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Gleiche Hingabe, andere Funktion

SchwingenMit dem Schwingsport ist Roger Brügger auch nach dem Rücktritt verbunden geblieben. Derzeit betreut er Christian Stucki und ist quasi «Mädchen für alles».

Vor dem 3.Gang stehen Christian Stucki und Roger Brügger zusammen am Sägemehlring. Die Kraftpakete wechseln ein paar Worte, ehe Brügger dem Seeländer einen aufmunternden Klaps auf den Hintern gibt. Stucki bodigt kurz darauf seinen Konkurrenten Bernhard Kämpf; Brügger huscht ein Lächeln übers Gesicht, er nickt anerkennend. Roger Brügger hat die Seite gewechselt. Vergangenen Herbst beendete er verletzungsbedingt seine Karriere, der Körper liess ihm keine Wahl. Nun ist er als Coach Christian Stuckis tätig. Stucki schätzt das Engagement seines Freundes, der stets ein offenes Ohr habe, aber nie belehrend auftrete. Brügger sagt derweil, er amte quasi als Teammanager. «Ich bin Mädchen für alles, gebe technische und taktische Tipps, koordiniere zudem Termine mit der Vermarktungsagentur IMG. Primär bin ich aber dafür verantwortlich, gute Laune zu verbreiten.» Der dreifache Familienvater will dem Kilchberg-Sieger den Rücken freihalten. «Chrigu bekommt sehr viele Medienanfragen. Durch die Präsenz im Schwingerfilm ‹Hoselupf› steht er derzeit ohnehin im Fokus», meint Brügger. Auch der 36-Jährige flimmert dieser Tage als Darsteller des Dokumentarfilms über die Kinoleinwände. Kein Comeback geplant 81 Kränze (davon vier «eidgenössische») sicherte sich Brügger in seiner 26-jährigen Karriere, 1999 gewann er das «Berner Kantonale». Nun arbeitet er im Vollzeitpensum als Betriebsleiter einer Detailhandelskette. Von Stucki verlangt er keine Entschädigung, «ich mache das aus Leidenschaft, aus Freude am Schwingen». Den Seeländer begleitet er auch in den Kraftraum, einmal pro Woche trainiert das Duo um sechs Uhr in der Früh. «Wenn ich dabei bin, ist Chrigu motivierter», erzählt Brügger mit einem Lächeln. Zum Lachen war es dem Berner im Vorjahr selten zumute. Extrem starke Schmerzen hätten ihn geplagt. Nach dem «Eidgenössischen» liess er sich am Rücken operieren; zwei Wirbel wurden versteift, eine Bandscheibe entfernt. «Seit dieser Totalsanierung fühle ich mich besser», erzählt Brügger mit einem Augenzwinkern. Während der Schwingfeste komme zwar etwas Wehmut auf, an ein Comeback denke er indes nicht. «Die neue Rolle passt mir gut.» phr >

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