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Gold im und auf dem Kopf

GeräteturnenEr hat in Belp eine Medaille gewollt, am liebsten die goldene. Am ersten Gerät aber geriet er bereits ins Hintertreffen. Jetzt plant

Die Ausgangslage war offen wie selten. Mit Andreas Gasser (Belp) und Simon Stalder (Rickenbach) hatten sich im Mai die Titelträger der vergangenen fünf Jahre Richtung Kanada zum Cirque du Soleil verabschiedet. Für die Nachfolge standen in der Königsklasse K7 acht Turner im Vordergrund. Darunter mit dem achtfachen Medaillengewinner Olivier Bur aus Orpund und Marc Zobrist aus Innertkirchen ein Duo aus dem Kanton Bern. Und Zobrist, der wegen Verletzungen und Militärdienst rund 2 Jahre hatte pausieren müssen, trug seine Ambitionen mit einer goldenen Kurzhaarfrisur sichtbar in die Sporthalle Neumatt. «Die gefärbten Haare sollen ein Zeichen gegen aussen sein und dienen zur Eigenmotivation», sagte der 24-Jährige. Kampfansage für 2012 Die Gold- und Medaillenträume musste der Innertkirchler aber bereits nach dem ersten Gerät und einer Note von 9,00 am Barren begraben. Danach steigerte sich Zobrist zwar, machte einige Ränge gut, konnte die eingehandelte Hypothek aber nicht mehr wettmachen. «Ich habe die Motivation trotz des schlechten Einstiegs nie verloren und nach der Barrenübung einen guten Wettkampf geturnt. Die Spitzenleute zeigten aber keine Schwächen, sodass ich nicht mehr in die Nähe der Medaillen kam», sagte der achtklassierte Zobrist. Die Laune liess sich der Oberhasler nicht verderben. Mit einem schelmischen Lächeln im Gesicht verabschiedete sich der Gewinner des diesjährigen Gerätecups in Gstaad mit folgenden Worten aus Belp: «Nächstes Jahr greife ich wieder an.» Wenn das keine Kampfansage an die Gegner ist. Olivier Bur aus Orpund fehlten auf die Bronzemedaille lediglich 0,25 Punkte. Es sei ein durchzogener Wettkampf mit zwei, drei kleinen Fehlern gewesen, meinte der Seeländer. «Ich wollte so gut turnen wie möglich. An den Ringen und beim Sprung ist mir das nicht wie gewünscht geglückt», zog der Schweizer Meister des Jahres 2003 ein Fazit. In der Schlussabrechnung reichte es dem 36-jährigen Senioren im 54 Turner umfassenden Feld zum fünften Schlussrang. Den Titel sicherte sich mit Marco Honauer aus Ballwil der Meister der Jahre 2005 und 2006 vor den beiden Wettingern Pierre-Yves Golay und Brilant Buzhala. Sport für Jung und Alt Die Wettkämpfe vor dem begeisterungsfähigen Publikum in Belp zeigten, dass der Turnsport keine Frage des Alters ist. So trat der 15-jährige Patrick Mumenthaler (TV Thun-Strättligen) in der Kategorie 5 gegen bis zu 10 Jahre ältere Konkurrenten an und sicherte sich die einzige Einzelmedaille für einen Athleten aus dem Kanton Bern. Der ehemalige Uetendorfer Kunstturner zeigte eine starke Übung am Reck (9,50), büsste mit 9,15 Punkten am Sprung gegenüber den beiden vor ihm klassierten Turnern Boden ein. Mit der Bronzemedaille aber ist der Oberländer zufrieden. «Nach 7 Jahren als Kunstturner bin ich seit 2 Jahren im Geräteturnen aktiv. Mit einer Medaille habe ich nicht rechnen dürfen, bin aber über den Gewinn natürlich sehr glücklich.» Auf der entgegengesetzten Seite der Rangliste klassierte sich in der Kategorie Männer der Wahl-Berner Peter Wurz. Dass er 29. im Feld der 30 Turner wurde, liess den Österreicher kalt. «Ich habe als 50-Jähriger nicht gegen die bis zu 20 Jahre jüngeren Kollegen gekämpft, sondern gegen mich selber. Das Ziel war, dass ich die Trainingsleistungen in einem grossen Wettkampf abrufen kann. Ich bin froh, dass ich an den Schweizer Meisterschaften mittun kann, mein Körper mir diese Möglichkeit eröffnet und ich zeigen kann, dass man auch mit 50 noch Leistung erbringen kann.» Sagte es, rieb seine Hände mit Magnesium ein und trat zur Reckübung an. Peter GerberResultate Seite 20>

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