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Grenchen wird zur Radsportstadt

Rad2012 soll eine überdachte Rennbahn gebaut werden, darum herum ein Leistungszentrum entstehen. Als Motor wirkt BMC-Inhaber Andy Rihs.

Präsentiert sich die Gästeliste im Velodrome Suisse dereinst ähnlich illuster wie an der Vorstellung des 15-Millionen-Projekts, werden sich die Initianten die Hände reiben. Schweizer Radsportler, die in den letzten 30 Jahren auf sich aufmerksam gemacht haben, gaben sich in Grenchen die Ehre; die Spanne reichte von Bahn-Olympiasieger Robert Dill-Bundi (1980) bis zu Zeitfahr-Goldmedaillengewinner Fabian Cancellara. Lückenlos vertreten war auch die Leitung der Young Boys, einen Auftritt hatte die Delegation um VR-Präsident Benno Oertig und CEO Ilja Kaenzig indes nicht. Es wirkte, als wollte Verwaltungsrat Andy Rihs durch die Anwesenheit der Vereinskollegen unterstreichen, wie wichtig ihm die Umsetzung der Pläne ist. Der Verband zieht um Letztere sehen den Bau einer überdachten Radrennbahn vor, die 250 Meter lang und den Rahmenbedingungen für EM- und WM-Entscheidungen gerecht werden soll. Innerhalb des Ovals ist ein Sportplatz in der Grösse einer Dreifachturnhalle vorgesehen, im ersten respektive zweiten Stock sollen ein Hotel, ein Restaurationsbetrieb, ein Velofachgeschäft und die künftigen Büros von Swiss Cycling entstehen. Anfang 2013 disloziert der Verband von Ittigen nach Grenchen, sofern der Zeitplan eingehalten werden kann. Er wird damit greifbar, weil sich Geschäftsstelle, Wettkampfstätte und Materiallager erstmals unter dem gleichen Dach befinden werden. Indirekt ist Swiss Cycling auch an der Finanzierung beteiligt. Bis zu drei Millionen Franken könnten im Zusammenhang mit dem Nationalen Sportanlagenkonzept (Nasak) fliessen, sofern die Vorgaben von Bundesamt für Sport und Swiss Olympic erfüllt werden. Das Projekt sei «fantastisch», sagte Gian Gilli, ergänzte jedoch, die Hülle bringe wenig, sofern der Inhalt nicht über die nötige Qualität verfüge. «Wir brauchen ein Leistungszentrum, damit wir konkurrenzfähig sein können», hielt der Leistungssportchef von Swiss Olympic fest. Hinter der Idee stehen zwei Feststellungen. Erstens spriesse der Nachwuchs nicht mehr wie früher, um in Rihs’ Worten zu sprechen. Zweitens sind in den letzten Jahren Strassenprofis aus nichtklassischen Radsportnationen wie England und Australien auch dank guter Bahn-Ausbildung in die Weltspitze vorgestossen. An den Kosten beteiligt sich Rihs, Inhaber der ebenfalls in der Kleinstadt am Jurasüdfuss ansässigen Velofirma BMC, mit zwei Millionen Franken. Den gleichen Betrag wird die Stadt Grenchen beisteuern. Deren Präsident Boris Banga betonte, die Regierung stehe geschlossen hinter dem Projekt. Die restlichen Mittel will die von Rihs präsidierte Stiftung Velodrome Suisse primär über Donatoren generieren. Die Lücke wird geschlossen Cancellara demonstrierte anhand eines Beispiels, dass sich eine Lücke schliessen wird. Im Vorjahr habe er sich für biomechanische Tests erstmals überhaupt in eine Halle begeben und dies in Deutschland getan, «weil es in der Schweiz nicht möglich war». Angetan ist man auch bei Swiss Cycling, von Euphorie kann indes noch nicht geschrieben werden. «Wenn wir die Infrastruktur optimal nutzen wollen, müssen wir zusätzliche Trainer anstellen», sagte Direktor Thomas Peter; der diesbezügliche Spielraum des Verbandes ist jedoch eng begrenzt. Bilanzierend lässt sich festhalten: Das Engagement der Initianten wird allseits begrüsst. Ehe die Ziele erreicht sein werden, gilt es aber, noch ein paar Hindernisse aus dem Weg zu schaffen.Micha Jegge >

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