«Grenzwerte können trügerisch sein»

Brienz

5G ist ein Thema, das bewegt. So auch an einem Anlass der SP Brienz.

Glasfaserkabel als Alternative zu 5G? Mobilfunktechnologie war das Thema eines Anlasses der SP Brienz.

Glasfaserkabel als Alternative zu 5G? Mobilfunktechnologie war das Thema eines Anlasses der SP Brienz.

(Bild: Keystone Peter Klaunzer)

An einem Anlass der SP Brienz wurde das Thema 5G intensiv diskutiert. Gemäss den Veranstaltern haben 50 Personen teilgenommen. Hugo Lehmann erläuterte dabei die Sichtweise der Swisscom. Er habe aufgezeigt, dass grösser werdende Datenmengen eine Erweiterung im Mobilfunk nötig machen. Die Verantwortlichen der SP bedauern, dass andere Anbieter sowie auch Bund und Kanton keinen Vertreter schickten, um ihren Standpunkt darzulegen.

Um die Risiken und Gefahren der neuen Technologie aufzuzeigen, waren sowohl der Präsident des Vereins Gigaherz.ch, Hans-Ulrich Jakob, als auch ein Arzt der Organisation Aerzte-und-mobilfunk.eu, Wolf Bergmann, anwesend. «Sie zeigten auf eindrückliche Weise, wie die Messungen und behördlich festgelegten Grenzwerte trügerisch sein können und welche Wirkungen die nicht ionisierenden Strahlen auf den menschlichen Körper und dessen Zellen haben und wie Erkrankungen und Mobilfunk zusammenhängen», schreiben die Verantwortlichen. «Bis jetzt wurden lediglich Studien bezüglich der Erwärmung durchgeführt.» Unabhängige Expertisen würden vor massiven Gesundheitsschäden warnen, während die Swisscom betone, dass keine Gefahr bekannt sei.

«Die anschliessende, durch Moderator Oskar Linder neutral geleitete Diskussion erlaubte dem anwesenden Publikum, seine Meinung auszudrücken und Fragen zu stellen.» Generell sei die Haltung eher ablehnend; entweder weil man durch die aktuelle Strahlenbelastung durch 4G und WLAN bereits gesundheitliche Beschwerden verspüre oder weil man solche befürchte.

Über Nacht ausschalten

An der Versammlung wurde auch aufgezeigt, wie man gegen ein Gefühl der Ohnmacht vorgehen könne. So wurde empfohlen, Kontakt zu bestehenden Gruppen zu suchen. Aber es ging auch darum, was man selbst tun könne: etwa Handys und WLAN-Router über Nacht ausschalten, um die Gesundheit von sich und den Nachbarn zu schützen.

Als Alternative zu 5G wurden Glasfaserkabel ins Spiel gebracht. Die erreichten eine rasche Verarbeitung von grossen Datenmengen ohne das Risiko einer Strahlenbelastung. Hier wies der Swisscom-Vertreter Lehmann darauf hin, dass die Nachfrage nach Mobilität stetig zunehme. Die Swisscom plane weiter mit Brienz-Oberhasli als Pilotregion für 5G-Anwendungen im Tourismusbereich. «Auch hier könnte es zu einem Interessenkonflikt kommen, wenn Tourismusförderung auf Kosten der Gesundheit der einheimischen Bevölkerung passiert», wie die SP schreibt.

pd/sgg

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