Zum Hauptinhalt springen

Grossem Spiezer wird gedacht

Der Mensch und sein geistiger Hintergrund prägten das Leben des Spiezer Lehrers, Autors, Musikers und Dramaturgen und Jakob Streit. Übermorgen Samstag wird sein Wirken in

«Mein Vater wäre gerne Uhrmacher geworden», erzählt seine Tochter Eva Streit, «doch in Grossvaters Atelier war nur Platz für einen Lehrling.» Also besuchte der heute vor 100 Jahren in Spiez geborene Jakob Streit (Bild) das Lehrerseminar Bern. Dort wurden seine Lebensweichen in Richtung Pädagogik, Musik und Literatur gestellt. Die Liebe zur Musik festigte er bei Hans Klee, dem Vater des Malers Paul Klee. Durch Professor Friedrich Eymann begegnete der junge Seminarist Philosophie und später der Anthroposophie. Jakob Streits besonderer Einsatz galt den Kindern. Eva Streit: «Kinder-gemässes Lehren war ihm wichtig, in einer Zeit, als die Technik dem menschlichen Begreifen immer ein Stück voraus eilte.» So floss die Waldorf-Pädagogik in seine Tätigkeit als Lehrer ab 1931 in Bönigen bis zu seiner Pensionierung in Spiez ein, aber nie in missionarischem Eifer. Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie, überzeugte ihn in den verschiedensten Lebensbereichen wie Pädagogik, Medizin, Landwirtschaft, Geisteswissenschaft und war für ihn ein Vorbild. «Columban», letztes Werk Bis übers 90. Altersjahr folgte Jakob Streit Einladungen zu Vorträgen und Kursen über pädagogische, geisteswissenschaftliche und historische Themen in ganz Europa. Vor zehn Jahren vollendete er sein letztes grosses literarisches Werk «Columban», über den irischen Heiligen, der für ihn massgeblich an der Verbreitung des Christentums in Europa beteiligt gewesen war. Dieser Vorstellung hatte er auch das kulturgeschichtliche Buch «Sonne und Kreuz» gewidmet, das selbst bei Kritikern seiner Thesen der Hochachtung vor dem Denker nichts anhaben konnte. Literatur war eines der «Markenzeichen» von Jakob Streit. Ob er in den zahlreichen Büchern, die in über 20 Sprachen übersetzt worden sind, zu Kindern oder Erwachsenen sprach, immer begab er sich auf die Stufe der Angesprochenen. «Ob als Lehrer, als Referent, Dramaturg oder als Autor, stets waren seine Äusserungen von Humor und positiver Lebenshaltung bis ins hohe Alter geprägt», erinnert sich Eva Streit. Auch als Regisseur tätig Dieser Humor kam ihm auch im direkten Umgang mit seinen Mitmenschen zugute. Jakob Streits vielseitige Tätigkeiten während fast eines Jahrhunderts umfassen unter anderem auch die Inszenierung der Totentänze während des 2. Weltkrieges in Interlaken, die Regie der Tell-Freilichtspiele in Interlaken (1946-52) und der Schloss Spiele Spiez (1959- 65) sowie der Chiemgau-Festspiele (1987-89) in der «Zauberflö-te» und in «Orpheus und Eurydike».Guido LauperÖffentliche Gedenkfeier mit Musik, Würdigung und Lesung zum 100. Geburtstag von Jakob Streit (23.9.1910 bis 15.5.2009): Samstag, 25. September, 17 Uhr in der Schlosskirche Spiez. Ein Anlass der Bibliothek, der Volkshochschule und der SchlossSpiele Spiez. Die Bücher von Jakob Streit sind im «Bücherperron» Spiez (Tel. 033 828 81 62) erhältlich. >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch