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Grosser Einsatz nicht belohnt

HandballDer BSV Bern Muri wird trotz ausgezeichneter Leistungen im Final-Four-Turnier auch die 26. Saison in Folge ohne Titel abschliessen. Die Berner unterlagen im Cupfinal Meister Kadetten Schaffhausen 30:34.

Am Ende war nur die Leere, die Enttäuschung. Die Spieler des BSV Bern Muri verliessen den Innenraum der Stadthalle Sursee mit hängenden Köpfen. Als sie etwa eine halbe Stunde später durch den Hallenausgang ins gleissende Sonnenlicht traten, hatte sich ihre Laune kaum verbessert. Die Medaillen, die sie erhalten hatten, waren statt golden silbern gewesen. Kadetten Schaffhausen hatte mit einem 34:30-Erfolg zum sechsten Mal die Trophäe für den Schweizer Cup in Empfang nehmen können. Die starken Leistungen, die der BSV Bern Muri gezeigt hatte, waren nicht belohnt worden. «Das nervt mich. Wir wollten den Cupsieg», gab der enttäuschte Trainer Alex Milosevic zu Protokoll. Wieder geht eine Saison zu Ende, ohne dass die Berner einen Titel gewonnen hätten. Es ist die 26. in Folge nach dem Gewinn des Meistertitels 1985. Es fehlte wenigAuf die Frage, was denn zum Gewinn des Cups gefehlt hatte, antwortete Milosevic sofort: «Stephan Leiser hat uns gefehlt.» Der Rückraumspieler hatte sich für das Final-Four-Turnier fitspritzen lassen. Im Final am Sonntag war ein Einsatz nicht mehr möglich (siehe Zweittext). Mit Leiser hatte der BSV Bern Muri am Samstag im Halbfinal Kriens-Luzern bezwungen. Leiser hatte acht Treffer erzielt, Tobias Baumgartner gar deren 10 und Torhüter Antoine Ebinger beim Stand von 28:28 eine halbe Minute vor Schluss einen Penalty von Boris Stankovic abgewehrt. Im Final vom Sonntag lag das Team von Alex Milosevic vor der Pause gegen den Champions-League-Achtelfinalisten aus Schaffhausen während 28 Minuten immer wieder in Führung. Die Entscheidung fiel Mitte der zweiten Halbzeit. Der BSV Bern Muri hatte noch einmal auf 22:23 verkürzen können. Danach traf jedoch Jan Filip, der tschechische Routinier am rechten Flügel im Kadetten-Team, dreimal innert zwei Minuten. «Letztlich waren es zwei kurze Phasen, in denen der Gegner die Differenz hatte schaffen können», bilanzierte Milosevic. Am Freitag ins Hotel Der BSV-Trainer hatte nichts unversucht gelassen, auch was die Vorbereitung betraf. Bereits am Freitag war das Team nach Sursee angereist und hatte in einem Hotel übernachtet. «Jeder hat für diese zwei Spiele gelebt», meinte er. «In der Meisterschaft ist es nicht möglich, für jedes Spiel so viele Kräfte zu mobilisieren», erklärte er die Diskrepanz zu den durchzogenen Leistungen in der Finalrunde, wo die Berner die ersten vier Spiele verloren haben. Es war nicht so, dass der BSV Bern Muri ohne Stephan Leiser im linken Rückraum schlecht besetzt gewesen wäre. Im Final erzielte Misha Kaufmann in der ersten Halbzeit fünf Tore, nach der Pause traf Sepp Schwander ebenfalls fünfmal. Auch der Luzerner dachte in den Minuten der Enttäuschung an seinen verletzten Teamkollegen Stephan Leiser. «Für mich ist er ein Held. Er hat sich für uns geopfert», sagte der 27-Jährige, der seinen Vertrag beim BSV um eine weitere Saison verlängert hat. Kriens-Luzern hatte ebenfalls Interesse am Innerschweizer bekundet. Schwander hat schon Titel gewonnen. Er war Mitglied des Teams von Wacker Thun, das 2005 im europäischen Challenge Cup und 2006 im Schweizer Cup triumphierte. «Erzählen kann ich, wie sich ein Titelgewinn anfühlt», sagte Schwander. «Nur bringt das den Teamkollegen nichts.» Auch er hätte gestern gerne den Cuppokal im Empfang genommen. Reto Pfister>

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