Hahn soll zugedreht werden

Spiez/Aeschi

Obwohl finanziell auf gesunden Beinen, will die Wasserversorgungsgenossenschaft die Wasserverluste weiter reduzieren.

<b>Baukommissionspräsident Hans Burkhart:</b> «Bis aufs Flachdach mit der vorgesehenen Solaranlage hat das neue WVG-Betriebsleitungsgebäude die Höhe erreicht.»

Baukommissionspräsident Hans Burkhart: «Bis aufs Flachdach mit der vorgesehenen Solaranlage hat das neue WVG-Betriebsleitungsgebäude die Höhe erreicht.»

(Bild: Guido Lauper)

Die Trockenheit im Geschäftsjahr 2018 machte der Wasserversorgungsgenossenschaft (WVG) ­Aeschi-Spiez zu schaffen, wie Genossenschaftspräsident Christian Fahrni an der 118. Hauptversammlung im ABZ konstatierte. So musste sie wegen teilweise geringer Quellschüttungen grössere Mengen Wasser von Wimmis und Reichenbach beziehen.

Den durch Leck- und Betriebsverluste verursachten, ungezählten Verbrauch von rund30 Prozent möchte die WVG künftig durch den vermehrten Ersatz von alten Leitungen und die Optimierung der Überwachungssysteme reduzieren.

«Viele Verluste entstehen durch vernachlässige Leitungen in privaten Grundstücken und Gebäuden», sagte Christian Fahrni und forderte: «Meldet und flickt defekte Leitungen.»

Trotzdem verkaufte die WVG 2018 zum dritten Mal in Folge über eine Million Kubikmeter Wasser – in einwandfreier Qualität. Und trotz der Trockenheit produzierten die Anlagen Chalenbrunnen und Lengmattli 2018 mit 324000 Kilowattstunden (kWh) 51000 kWh mehr elektrische Energie als im Vorjahr. Damit konnte der Verkauf an die BKW von 271'000 auf 274'000 kWh gesteigert werden.

Seit dem Rücktritt des langjährigen Sekretärs Hanspeter Brönnimann aus dem Vorstand der WVG übernahm Manuela Oesch die Belange der Genossenschaft. Der nach fast 20 Jahren scheidende Betriebsleiter Werner Schmid unterstützt seinen Nachfolger Thomas Wernli aus Reichenbach ausgiebig. Hans Burkhart übergab das Vizepräsidium nach 16 Jahren Vorstandsarbeit an Christiane Bohni aus Spiez.

Die Höhe erreicht

Als verbleibender Baukommissionspräsident des im Bau befindlichen Betriebsleitungsgebäudes am Faulenbachweg sagte Burkhart: «Vergangene Woche begann der Bau des oberen Geschosses, im September sollte das Gebäude stehen und ab Oktober der Umzug von der Bahnhofstrasse erfolgen.» Die budgetierten Kosten von 1,75 Millionen Franken würden nach heutigem Stand nicht ausgeschöpft.

Die beiden grössten von Thomas Wernli vorgestellten Brocken, die von der Versammlung bewilligten Kreditanträge von insgesamt 2,29 Millionen Franken, umfassen den teilweisen Ersatz der Quellleitung aus dem Jahr 1901 im Suldgraben und dessen Querung mit Bruttokosten von 650'000 Franken sowie Ersatzarbeiten in der Hauptstrasse Einigen von 480'000 Franken inklusive zweier Hydranten.

Die von Manuela Oesch vorgetragene Erfolgsrechnung wies einen Jahresgewinn von 43'804 Franken auf. Womit der Versammlung mit dem letztjährigen Gewinnvortrag 109'728 Franken zur Verfügung standen. Nach Abzug des unveränderten Zinses von 1,75 Prozent von 28'796 Franken auf das Genossenschaftskapital von 1'645'500 verblieben 80'932 als Vortrag auf die neue Rechnung.

Privat statt staatlich

Gemeindepräsidentin Jolanda Brunner erinnerte an den weitgehend freiwilligen Einsatz vieler in der über 100-jährigen Genossenschaft mit dem Hinweis: «Die Gemeinde könnte diese Aufgabe gar nicht wahrnehmen.» Schliesslich wünschte Gemeinderat Thomas Knupp als neuer Vertreter aus Aeschi dem Team: «Herz, Humor und Hingabe.»

Und als Höhepunkt des Abends entlockte Hans Jost mit dem zehnten seiner spannenden Filme über die WVG-Tätigkeit den Versammelten manch staunendes Aha!

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