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Haller will als erste Frau Stapi werden

Die BDP und Vizestadtpräsidentin Ursula Haller haben Grosses vor: Die Partei will mit ihr den Sitz im

Als langjährige SVP-Frau ist sie gewählt worden, als BDP-Frau möchte sie ihren Sitz im fünfköpfigen Thuner Gemeinderat nun an den Wahlen vom 28.November verteidigen: Ursula Haller stellt sich zur Wiederwahl als Gemeinderätin und zur Wahl als Stadtpräsidentin. Ihre Partei, die Bürgerlich-Demokratische Partei (BDP) der Stadt Thun, deren Präsidentin sie ist, hat ihre Galionsfigur an der ersten Hauptversammlung am Mittwochabend offiziell nominiert. «Ich weiss, dass ich meine Wahlbasis der SVP mit meinem Übertritt in die BDP verloren habe, doch ich bin trotzdem bereit, das Risiko einzugehen», sagte sie gestern an einer Pressekonferenz zu ihrer Kandidatur. «Ich bin mir durchaus bewusst, dass meine politische Karriere Ende Jahr zu Ende sein könnte.» Seit 25 Jahren in der Politik Mit ihr und dem SVP-Kandidaten und -Stadtrat Raphael Lanz treten bis jetzt zwei Personen offiziell für die Nachfolge von Hansueli von Allmen (SP) an (vgl. Kasten). Die Nominationsversammlungen der übrigen Parteien stehen noch bevor. «Die Kandidatur fürs Stadtpräsidium ist eine logische Folge», sagte Beat Haldimann, Wahlleiter der BDP im Wahlkreis Thun. «Ursula Haller steht schweizweit für Thun ein und ist auf Grund ihrer politischen Erfahrung und ihrer Liebe zur Stadt für diese Aufgabe bestens geeignet.» Denn: Ursula Haller begann ihre politische Karriere vor 25 Jahren. Auf Gemeindeebene war sie von 1985 bis 1998 im Thuner Stadtrat. Seit zwölf Jahren ist sie Gemeinderätin, davon seit acht Jahren Vizestadtpräsidentin. Sie steht der Direktion Bildung Entwicklung vor, mit dem Amt für Bildung und Sport, der Stadtplanung und dem Bauinspektorat. Von 1990 bis 1999 war sie im Grossen des Kantons Bern, den sie 1998 präsidierte. Nationalrätin ist sie seit 1999. Spielt das Alter eine Rolle?Die Frage des Alters höre sie immer wieder. «Ich fühle mich gesund und habe jeden Tag Freude an meiner Arbeit. Ist es nicht mein Recht, in diesem Fall für ein solches Amt anzutreten», nahm die 61-Jährige dieses Thema gleich selber auf. Es zähle nicht nur das biologische Alter, sondern auch die Liebe und das Herzblut für eine Aufgabe. Die Partei behält sich weiterhin vor, später weitere Personen zu nominieren. «Dies hängt von den Ergebnissen der Gespräche mit anderen Parteien zu Listenverbindungen und gemeinsamen Listen ab und davon, ob noch andere Mitglieder kandidieren», erklärt Haldimann. Der Wähleranteil der BDP Die BDP sei sich bewusst, dass es für einen Sitz im Gemeinderat einen Wähleranteil von 16,66 Prozent braucht. «Da die BDP bei den Wahlen überall zwischen 18 und 28 Prozent erreicht, wagen wir es, zuversichtlich zu sein», sagte Ursula Haller. Doch deshalb könne sie ihre Wahlchancen trotzdem nicht abschätzen. Sie könne einzig sagen: «Ein Drittel der BDP-Mitglieder sind Leute, die noch nie in einer Partei waren, ein Drittel, die vor längerer Zeit aus einer Partei ausgetreten sind, und ein Drittel sind ehemalige SVP-Mitglieder.» Zudem hätten neuste Studien gezeigt, dass 93 Prozent aller Wählerinnen und Wähler keiner Partei zugehörig sind. Erstmals eine Frau als Stapi? «Zudem», sagte Haller, «bin ich die erste Frau, die für das Stadtpräsidium kandidiert – und das finde ich ebenfalls eine spannende Herausforderung.» Die Vorstellung, dass Thun einmal und zum ersten Mal eine Frau als Stadtpräsidentin hat, finde sie allerdings nicht abwägig. Die BDP gab zu, enttäuscht gewesen zu sein, dass die SVP nicht das Gespräch vor der Bekanntgabe ihrer Stapi-Kandidatur gesucht habe. «Vermutlich wird es ohnehin zu einem zweiten Wahlgang kommen, und deshalb wird die Diskussion um eine gemeinsame bürgerliche Kandidatur noch ein Thema», schätzt Ursula Haller. Es sei alles offen. «Um das Stadtpräsidium auf die bürgerliche Seite zu holen, wäre eine Möglichkeit, dass nur diejenige Person in der zweiten Runde gegen den rot-grünen Kandidaten antritt, die im ersten Wahlgang am meisten Stimmen erhalten hat.» Franziska Streun •www.bdp-stadt-thun.ch>

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