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Hass-Mails und Morddrohungen

Ein 36-jähriger Langenthaler wird seit Monaten vermutlich von einem

Bald ist Weihnachten. Eine besinnliche Zeit. Allerdings erleben nicht alle Menschen dieses wohlige Gefühl. Im Gegenteil. Der 36-jährige Andreas F.* aus Langenthal geht momentan durch die Hölle. Immer wieder geriet er in den letzten Monaten ins Visier von einem oder mehreren Arbeitskollegen. «Ich töte dich» stand im Oktober plötzlich in fetten schwarzen Lettern auf der Motorhaube seines roten Fiats. Und vor zwei Wochen wurde die Drohung wiederholt. «Weihnachten wirst du nicht mehr erleben!» Ist es ein Arbeitskollege? Die Drohungen, die Andreas F. mit der Handykamera festgehalten hat, haben offenbar System: Seit Juni bekommt er ständig neue Briefe und E-Mails. Auch an seiner Garderobe kleben die Hasstiraden. Er muss Sätze lesen wie diesen: «Wir machen dich fertig, bis du gehst!» Oder: «Verschwinde von dieser Arbeitsstelle. Sonst passiert was!» Vor zwei Wochen folgte der negative Höhepunkt mit einem Sabotageakt. Kurz bevor Andreas F. mit seinem roten Fiat von der Arbeit nach Hause fahren will, merkt er per Zufall, dass jemand die Schrauben des rechten Vorderrads gelöst hat. «Das war ein Mordanschlag!», sagt Andreas F. gegenüber Blick.ch. Und er glaube auch zu wissen, wer sein Peiniger sei – ein Arbeitskollege, der ihn nicht mehr grüsse, über ihn lästere und Gerüchte verbreite. Gegenüber dieser Zeitung wird Andreas F., der für eine Langenthaler Firma im Warenlager arbeitet, konkreter. Im April habe er intern die Abteilung gewechselt, erzählt er. Der Arbeitskollege, der ihn habe einführen müssen, sei plötzlich ganz anders geworden. «Er hatte keine Geduld mehr, schrie mich oft an. Und er sagte mir, ich solle verreisen.» Der Arbeitskollege verlangte, Andreas F. solle wieder in die alte Abteilung wechseln. Das tat Andreas F. auch. Doch seither erhält er die anonymen Drohungen. Immer wieder. Seit Monaten. Das Problem für Andreas F.: «Ich kann nicht beweisen, dass es der Arbeitskollege ist, der mir droht.» Krankgeschrieben Mittlerweile hat Andreas F. Anzeige erstattet, er verbrachte schon Stunden mit Gesprächen auf dem Polizeiposten. Auch seine Vorgesetzten wissen Bescheid, stehen hinter ihrem Angestellten. Gegenüber dieser Zeitung will allerdings niemand Stellung nehmen. Solange das Verfahren noch laufe, gebe man keine Auskunft, sagt eine Mitarbeiterin. Arbeiten kann Andreas F. vorerst nicht. «Mein Arzt hat mich bis Ende des Monats krankgeschrieben», sagt er. «Im Moment kann ich nur warten. Ich weiss nicht, wie es weitergeht.» Die Geschichte von Andreas F. kennen in seiner Branche mittlerweile viele. Eine entfernte Bekannte erzählt: Es sei für sie eigentlich klar, dass die Drohungen von einem Arbeitskollegen stammen würden. «Käme jemand von ausserhalb, das würde im Betrieb auffallen.» Die Bekannte hat Andreas F. als «ausgeglichenen und aufgestellten Menschen» kennen gelernt. Sie kann nicht verstehen, warum er nun auf diese Weise bedroht wird, und sie fragt: «Wer hasst ihn nur derart?» Dominik Balmer*Name von der Redaktion geändert.>

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