Zum Hauptinhalt springen

Hayoz’ Reise nach New Bern gibt zu reden

Finanzdirektorin Barbara Hayoz (FDP) schwänzt ihren wichtigsten Termin im Stadtrat: Sie verpasst die Budgetdebatte, weil sie gemeinsam mit Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) an die 300-Jahr-Feier von New Bern in die USA reist. Dies erzürnt Stadträte von links bis rechts – für Tschäppät bloss ein «Sturm im Wasserglas». Auch auf www.bernerzeitung.ch gehen die Meinungen auseinander. Ein Auszug aus den Kommentaren: Walter Krebs: Wenn die FDP die offenbar unbelehrbare und uneinsichtige Finanzdirektorin Frau Hayoz nicht endlich auf die Transferliste setzt, ist sie selber ein Teil des Problems Hayoz. Marco Müller: Wenn Tschäppät und Hayoz in die USA reisen wollen, sollen sie es selbst bezahlen und auch entsprechend Ferien beziehen – vor dem Gesetz sind alle gleichoder? Es erstaunt mich, dass die FDP Hayoz nicht aus dem Verkehr zieht, nachdem sie so wenig Gespür für Finanzen hat. Martin Reist: Die Reisepläne von Frau Hayoz zeugen von wenig Respekt gegenüber Parlament und Bürgerinnen und Bürgern. Ganz unabhängig von dieser Angelegenheit muss es aber für Wirtschaft und Gesellschaft nicht nur nachteilig sein, wenn sich Exekutivpolitiker in Abhängigkeit ihrer Fähigkeiten stärker den repräsentativen Aufgaben zuwenden. Pascal Joris: Und wieder einmal nimmt sich ein Parlament viel zu wichtig. Das ist in der Schweiz zu einer echten Krankheit geworden. Alle Parlamente – Gemeinde, Kanton oder Bund – glauben, sie seien der Mittelpunkt der Welt, alles drehe sich um sie, sie müssten sich überall einmischen und hätten zu allem was zu sagen. Marc Bachofner: Da das Budget der Stadt Bern im Stadtrat eh wieder durchgewunken wird (auch von den Mitteparteien GFL und GLP), ist es doch egal, ob Frau Hayoz an dieser sinnlosen Debatte teilnehmen wird oder nicht. Alfred Grützner: Bern, die Schweiz, eine grossartige Stadt, ein wunderprächtiges Musterland in der Welt, aber ach, so viele kleine Geister, Neider und Erbsenzähler, die alles wieder vermiesen wollen. Naheliegend, dass die Exekutive von Bern (CH) eine Einladung zum Jubiläum von Bern (USA) annimmt und sich auf eine Reise nach dort begibt. Adrian Burkhardt: Die beiden Politiker wollen uns damit mitteilen, was für sie wichtig und unaufschiebbar ist. Das klare Setzen von Prioritäten zeugt von Entscheidungsfreudigkeit. «Sturm im Wasserglas» heisst im übertragenen Sinne, dass all die ob dieser nonchalanten Haltung stirnrunzelnden Zeitgenossen keinen Schimmer haben, was zu den wichtigen Aufgaben einer Behörde gehört. Reto Senn: Unerträglich. Keine Feier ohne Tschäppät. Man kann nur noch den Kopf schütteln – nicht etwa deshalb, weil sich Volksvertreter verschwenderisch und selbstherrlich gebaren, sondern weil diese vom Volk immer wieder gewählt werden. Gleichzeitig wird dann das Marzili zwei Wochen früher geschlossen, um etwas zu sparen. Bernard Berner: Als Steuerzahler frage ich mich, wo diese Tickets für je 4000 Franken gebucht worden sind. Gemäss Ebookers.com (Anfragedatum: 7.September) kostet Zürich–New Bern retour für die konkreten Reisedaten 1402 Franken pro Person. Der vom Informationsdienst erwähnte Preis lässt vermuten, dass sich die Delegation auf Kosten der Steuerzahlenden Businessclass gönnt. Sparen sollen wohl die anderen. Bruno Bänninger: Frau Hayoz hat viel gelernt von Beratern. Schlaue Berater erstellen haufenweise interpretierbare Papiere, geben besserwisserische Ratschläge und machen sich aus dem Staub, wenn es konkret wird oder gar entschieden werden muss. So entzieht man sich elegant der Verantwortung. Gute Reise, Frau Hayoz! Paul Rohner: Mein Flug dorthin wäre bedeutend billiger, warum wohl? Weil ich den selbst aus selbst verdientem Geld zahlen würde.Was sind denn schon 4000 Franken pro Person und Flug aus der Staatskasse? Für einen Handwerker mindestens zwei- bis dreifache Jahressteuer. Nicht viel, oder doch? Peter Müller: Warum darf ein SP-Stapi überhaupt mit dem Flugzeug reisen? Alles, was fossile Energie benötigt, ist doch gemäss Partei ganz schlecht und gehört verboten. Aber es gab ja schon immer etwas Gleichere. Roland Peter: Was kann man schon von einer Person erwarten, die beim Bärenpark ein Desaster angerichtet hat und die Schuld allen anderen zuweist? Charakterschwäche, Arroganz und Dilettantismus scheinen im Gemeinderat weit verbreitet zu sein, und so erstaunt es nicht, dass Hayoz mit ihrer Abwesenheit glänzt. Typisch für die FDP, die ganz andere Desaster angerichtet hat. >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch