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«Ho, Hopp» klingt es aus der Höhe

Es ist die grösste Bühne, die in Avenches jemals aufgebaut wurde: Für das Konzertspektakel von

Zuerst ist es nur ein metallisches Hämmern, das durch die malerischen Kulissen von Avenches dröhnt. Es kommt aus der Richtung des römischen Amphitheaters. Schon bald ist auch das riesige Gerüst sichtbar, das kahl in die Luft ragt und einen seltsamen Gegensatz zur antiken Anlage bildet. Auf dem Gerüst kraxeln Menschen umher, die von hier aus nicht viel grösser als Wespen wirken. Sie stellen sich in einer Siebnerformation auf, hoch oben, in 20 Metern Höhe, der Anblick ist beeindruckend. Rhythmische Rufe «Ho, Hopp! Ho, Hopp!», klingt es nun in rhythmischen Abständen durch die Altstadt. Da oben sind keine Wespen. Es sind Arbeiter der Baufirma Nüssli, die eine riesige Bühne für Peter Gabriel bauen. Jetzt ziehen sie an Seilwinden die Planen für die Überdachung hoch und bleiben dank den Rufen auf beiden Seiten symmetrisch in ihren Bewegungen. Hier wird Peter Gabriel am Sonntag ein Gastspiel geben. Für seine Show dürfen die Organisatoren in Avenches keinen Aufwand scheuen. Seit Montag setzt die Firma eine Bühne zusammen, die es im Freiburger Städtchen noch nie gab. Sie ist doppelt so breit und doppelt so hoch wie die normale Bühne am Rock Oz’Arènes, auf der auch schon Künstler wie Radiohead und Marilyn Manson auftraten. Kein Wunder, denn Peter Gabriel, der ehemalige Frontmann von Genesis, tritt mit einem 52-köpfigen Orchester auf. Das braucht Platz. Luc Chassot schlägt eifrig einen Ordner auf und zeigt auf eine Grafik. Der Freiburger ist dafür verantwortlich, dass in Avenches alles rund läuft. Die Grafik stellt eine grob schraffierte Bühne dar, auf der die Platzverhältnisse angegeben sind. An die muss man sich in Avenches halten. Denn die zehn Sattelschlepper mit dem tonnenschweren Material von Peter Gabriel reisen erst am Samstag an. Dann soll nur noch die Technik aufgebaut werden. Lange Verhandlungen Unten in der Arena laden die Bauarbeiter Staplerladung um Staplerladung Material ab. Das Gerüst soll am Schluss wie ein sechsstöckiges Gebäude wirken. Selbst die erfahrene Baufirma hat noch nie eine so hohe Bühne gebaut. Nach Plan hätte das Gerüst gar noch 40 Zentimeter höher werden sollen – die Seilwinden reichten aber nicht aus. So ging man einen Kompromiss ein. Es sei ein langer Verhandlungsprozess gewesen, sagt Luc Chassot. Auf der einen Seite die Forderungen des Managements von Peter Gabriel, auf der anderen Seite die Möglichkeiten der Baufirma, auf der dritten Seite die Ansprüche des Publikums. Schliesslich wurde die zehnte Bühnenversion abgesegnet. Sie wird am Wochenende das Zentrum von bis zu 200 Mitarbeitenden bilden, bevor sie dann bis Dienstag wieder vollständig abgebaut ist. Und wo bleibt Peter? «Eigentlich verrückt, so viel Aufwand für einen Tag», sagt ein dick verpackter Jugendlicher zu seiner Freundin, als sie eng umschlungen die Arena passieren. «Und Peter Gabriel, ist der auch schon da?», fragt sie. Nein, natürlich nicht. Peter Gabriel reist erst am Sonntag an. Wenn die Bauarbeiter längst Feierabend haben, wird er mit seinem Privatjet einfliegen. Marina Bolzli >

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