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Holz hat Zukunft – mehr denn je

Spiez Der gestrige Beo Holz Holztag 2011 in Spiez stand unter dem Titel «Hochhaus

«Holz ist nie ein Abfallprodukt.» Mit dieser Aussage begrüsste der Präsident von Beo Holz, Erich von Siebenthal, die rund hundert Vertreter aus der Oberländer Holzbranche zum Holztag 2011. Für den Anlass hatte Beo Holz fünf Gastredner gewinnen können. Der Holztechniker Michael Zangerl eröffnete den Anlass mit einem Referat zum Thema «Entwicklung eines Hochhauses aus Holz aus Sicht der Bauunternehmung». Der junge Österreicher machte auf den ökologischen Rucksack der meist verwendeten Baumaterialien aufmerksam: Für ein Kilo Stahl müsse der Erde im Schnitt 8 Kilogramm Material entnommen werden, für ein Kilo Aluminium 37 und für ein Kilo Kupfer gar 348 Kilogramm. Momentan sei die Bauwirtschaft damit für 40 Prozent des weltweiten Ressourcenverbrauchs verantwortlich. Es sei Zeit für ein Umdenken, und Holz biete hier eine vernünftige und nachhaltige Alternative zu anderen Werkstoffen. Mit dem Lifecycle Tower ist Zangerl an der Entwicklung eines Holz-Hybridbausystems beteiligt, mit dem mittels standardisierter Verfahren Holzhochhausbauten von bis zu 30 Geschossen möglich wären – rein technisch. Aus Brandschutzgründen wäre dies gesetzlich noch nicht möglich. Angestrebtes Ziel sei, die Holzbauweise auf oder gar unter dem Kostenniveau herkömmlicher Bauweisen anzubieten. Er räumte ein, dass die Holzbauweise nur dann Chancen auf mehr als ein Mauerblümchendasein habe. Höhe je nach Nutzungsart Zu den Brandvorschriften äusserte sich Beat Neuenschwander von der Gebäudeversicherung. Momentan seien je nach Nutzungsart Holzbauten mit maximal sechs Stockwerken vorgesehen. Holzbauprojekte mit mehr als sechs Stockwerken würden individuell geprüft. Neueste Forschung habe gezeigt, dass auch bei Holzbauweise gute Brandvorbeugung und Schadensminderung erreicht werden könne, räumte Neuenschwander ein. Zum selben Thema referierte Reinhard Wiederkehr, der in Fachkreisen als Brandschutzpapst gilt. Der Aargauer machte auf die in den letzten Jahren massiv gestiegenen Einsatzmöglichkeiten von Holz aufmerksam. Es gebe einen klaren Trend hin zu nachhaltigem Bauen, welches sich mit Holz am besten realisieren lasse. Dass moderne Holzbauten dabei überhaupt nicht im traditionellen Chaletstil daherkommen müssen, zeigte Wiederkehr an zahlreichen Beispielen aus der ganzen Schweiz auf. Dass es beim Einsatz von Holz zeitweise noch etwas harzt, schrieb Wiederkehr teilweise eigenen Branchenleuten zu – diese würden eigene Interessen oftmals hinter Parteiinteressen stellen. Diese wiederum würden oft weniger nachhaltige Lösungen vorziehen und übersehen, dass Nachhaltigkeit nicht zwangsläufig im Gegensatz zu Wirtschaftlichkeit stehen müsse. Tausend Bäume pro Jahr Etwas mehr auf die Region bezog sich Bruno Mohr vom Amt für Grundstücke und Gebäude des Kantons Bern. Ziel des Kantons sei, bei Um- und Neubauten im öffentlichen Bereich jährlich 1500 Kubikmeter Holz zu verbauen, was rund tausend Bäumen oder einer Waldfläche von 250 Hektar entspricht. Momentan seien diverse Bauten in Planung, bei welchen man auf die Verwendung von Holz achte. Beim Neubau der Dreifachturnhalle des Gymnasiums Schadau Thun etwa würden 500 Kubikmeter Holz verbaut. Mohr strich hervor, dass Holz als Baumaterial bei nachhaltiger Waldbewirtschaftung unproblematisch sei. Während seiner Sprechzeit von rund 15 Minuten sei in der Schweiz Holz für zehn Hochhäuser nachgewachsen. Keine hölzerne Angelegenheit Für inhaltliche Abwechslung sorgte der Vortrag von Mike Schmid beziehungsweise dessen Swiss Ski Betreuer Jürg Klopfenstein; der Skicross-Olympiasieger war verhindert und musste dem Anlass fernbleiben. Klopfenstein versuchte den Brückenschlag zum Holzbau gar nicht erst und hielt einen interessanten Vortrag zu Schmids steiler Karriere. Der Titel des Vortrags – «An Grenzen stossen und überwinden» – liesse sich aber durchaus auch auf den Holzhochhausbau anwenden. Nik Sarbach >

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