Holzreiche Sammlung von Kulturgütern im Schnitzerdorf

Brienz

Das Projekt «Inventarisation der Kulturgüter» an der Schule für Holzbildhauerei ist abgeschlossen. 13'660 Skulpturen, Pläne, Zeichnungen und Fotos sind virtuell erfasst und in einem Kulturgüterschutzraum untergebracht.

Kunsthistorikerin Isabelle Messerli und Urban Hauser, Präsident des Fördervereins Schule für Holzbildhauerei, im neuen Archiv.

Kunsthistorikerin Isabelle Messerli und Urban Hauser, Präsident des Fördervereins Schule für Holzbildhauerei, im neuen Archiv.

(Bild: Anne-Marie Günter)

«Fotografieren, scannen, ausmessen, beschriften, umlagern, reinigen, festigen, entsäuern, ­restaurieren, nummerieren, erfassen, beschreiben, einordnen, kategorisieren, einräumen.» Die Design- und Kulturwissenschaftlerin Franziska Nyffenegger zählte in ihrer Laudatio an der Schule für Holzbildhauerei auf, was ein speziell dafür gegründeter Förderverein in den vergangenen acht Jahren geleistet hat.

Ein System nach Themen

Die Schule lagerte ihre Sammlung, die bis ins Gründungsjahr 1884 zurückgeht, bis anhin ungeschützt und zum Teil nicht sys­tematisch geordnet im Estrich. Jetzt wurden 3090 Skulpturen, 8289 Zeichnungen, 2050 Fotoabzüge und 240 Objekte der Berner Design Stiftung inventarisiert und in den neu gebauten Kulturgüterschutzraum unter dem Vorplatz der Schule für Holzbildhauerei eingeordnet.

Gewählt wurde ein System nach Themen: Es gibt Rayons mit Vögeln, Bären, Menschengestalten, Ornamenten. «Dies entspricht am besten den Bedürfnissen der Schule», sagt die Kunsthistorikerin Isabelle Messerli, die an der Inventarisation mitarbeitet, zur gewählten Form des Archivs.

«Der Bestand der Schule – ihr Vorrat, ihre ­Habe, ihr Schatz und ihr Fundus – garantiert Beständigkeit, Fortdauer und Fortbestehen, er garantiert aber vor allem auch das Neue, die Invention und die ­Innovation», sagte Franziska Nyffenegger.

Fast eine Million investiert

Urban Hauser, Präsident des ­Fördervereins, misst denn der Sammlung auch die grösste Bedeutung als Mittel für die Ausbildung zu. Er gleiste 2005 zusammen mit einem Kunsthistoriker das Inventarisierung- und Erschliessungsprojekt auf. 2008 gab es eine Kostengutsprache aus dem Lotteriefonds, worauf das Projekt 2009 seinen Anfang nahm.

Beim Umbau der Schule für Holzbildhauerei 2013/2014 realisierte der Kanton unter dem Schulhausplatz einen klimatisierten Kulturgüterraum. Kunsthistoriker, Papier- und Lagerungsfachleute, Lernende der Holzbildhauerschule, Rotarier und Praktikanten waren für die Inventarisierung an der Arbeit. Investiert wurden schliesslich 947 058 Franken.

Fertig ist das Holzbildhauerarchiv aber nicht: Es sind noch Schenkungen zu bearbeiten. Und auch in Zukunft werden Arbeiten der Lernenden in der Sammlung Aufnahme finden. Das Archiv dient der Forschung, mit dem Eingelagerten können Ausstellungen gestaltet werden. «Ich war mir nicht bewusst, was für eine geniale Sammlung wir hier haben», sagt Schulleiter Markus Flück. Und er freut sich, dass das Archiv «Begeisterung für unser Handwerk auslöst».

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...