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«Hutzlis Bild-Geschichten werden heute noch verstanden»

reichenbachRund 600 Personen besuchten am Mittwoch die Vorstellung des historischen Kiental-Filmes

Ruedi Egli, können Sie sich erklären, wieso der restaurierte 75-jährige Kientalfilm von Pfarrer Hutzli so ein Renner ist? Ruedi Egli: Natürlich weil der «Berner Oberländer» einen so tollen Vorbericht publiziert hat. – Und der frühere Reichenbacher Pfarrer Friedrich Alwin Hutzli hatte schon zu seiner Zeit mit Dia- und Filmvorträgen einen grossen Erfolg. Die Gelegenheit, diese legendären Bilder einmal selbst oder vielleicht noch einmal sehen zu können, wollten viele nicht verpassen. Der Abend bedeutet für viele Erinnerungen an die Kindheit und einen Blick in die Vergangenheit «wie es früher war». Zahlreiche Unterländer lieben das Kiental und wollten es auch von dieser Seite kennen lernen. Was ist so spannend an diesem historischen Filmdokument? Pfarrer Hutzli filmte und fotografierte das damalige Leben und die Schönheiten im Kiental, möglichst ohne zu überzeichnen oder zu verfälschen. Er wollte laut seinen Äusserungen den sehr hart arbeitenden Leuten Selbstwertgefühl und den Unterländern die Schönheiten und Eigenheiten des Bergtales vermitteln. Mit guter Motivwahl, gutem Auge, guter Technik und gutem Filmschnitt ist ihm das hervorragend gelungen. Er wollte auch Zeitdokumente für die kommenden Generationen schaffen. Seine Bildgeschichten werden heute noch verstanden. 600 Besucher waren diese Woche in Reichenbach, die Vorträge während der Ausstellung der Kulturgutstiftung über Schiefer und Kohle mussten ebenfalls mehrmals durchgeführt werden. Was ist dran an der «guten alten Zeit»? Da weiss ich keine klare Antwort. Wichtig ist, dass unsere Anlässe Gefallen finden. Das Ziel der Kulturgutstiftung Frutigland ist es, altes typisches Frutigtaler Kulturgut zu sammeln, zu erhalten und gelegentlich der Öffentlichkeit zu zeigen. Dass es uns bei unseren Auftritten recht gut gelungen ist, das Interesse zu wecken, freut uns sehr und gibt uns Ansporn, uns weiterhin in dieser Richtung zu engagieren. Sie zeigen einen alten Film, Kandersteg lanciert die Belle-Epoque-Woche mit Erfolg. Ist Nostalgie wieder in – oder einfach ein Phänomen des Frutiglands? Ich denke, dass in ganz Mitteleuropa Nostalgie gefragt ist, wenn sie echt und originell ist. Nostalgie stellt vielleicht für viele einen Gegenpol zur Hektik in unserer Zeit dar. Alte Bilder zu betrachten, in alten Kostümen elegant zu essen und anschliessend einen Walzer zu tanzen, ist wie ein Abheben in eine andere Welt – in die schönen Momente der alten Zeit. Die Kulturgutstiftung Frutigland hat die tonlose Filmvorführung mit Livemusik – wie früher – ergänzt. Das ist ein recht grosser Aufwand. Den grossen Aufwand erbrachte der Verein Lichtspiel/Kinemathek Bern. Sie haben den Hutzli-Film aufwendig restauriert und eine Kopie erstellt. Der eindrückliche Vorspann mit Tonbandaufnahmen und Fotos zu gestalten, war bestimmt auch recht arbeitsintensiv. Der Komponist und Pianist Christian Henking hat extra eine 70-minütige Filmmusik komponiert und einstudiert. Diese beiden Partner haben grosse Arbeit geleistet und zeigen grosse Freude, den Film am Ursprungsort in Reichenbach vor so vielen Leuten vorführen zu dürfen. Die Filmvorstellung soll jetzt wiederholt werden, damit auch all diejenigen, die keinen Platz gefunden haben, in seinen Genuss kommen. Wann und wo? Ja, am Mittwoch, 9.März, wird der Film um 20 Uhr im Kirchgemeindehaus Reichenbach nochmals gezeigt.Hans Rudolf Schneiderwww. kulturgutstiftung.ch www.lichtspiel.ch >

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