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Im Ortskern sind Solarzellen verboten

SalvenachUrs Benninger wollte auf dem Dach seines Bauernhauses Solarzellen anbringen. Das ist aber nicht möglich. Das Ortsbild von Salvenach ist geschützt.

Urs Benninger liebäugelte schon länger damit, auf seinem Hausdach Strom zu produzieren. «Auf die Idee kam ich vor drei Jahren in Bayern, dort hat fast jedes Bauernhaus Solarzellen auf dem Dach.» Nach der Atomkatastrophe in Japan entschied der Landwirt sich, die Idee umzusetzen. Im Mai reichte er bei der Gemeinde Salvenach ein Baugesuch für eine Fotovoltaikanlage von 49 Quadratmetern ein. Diese sollte 6500 bis 7000 Kilowattstunden Strom pro Jahr produzieren, etwa so viel, wie er für seinen Bauernbetrieb braucht. Doch daraus wird nichts: Die Kommission des Amtes für Kulturgüter Freiburg hat ein negatives Gutachten zum Baugesuch abgegeben. Eine Bewilligung wird damit praktisch unmöglich, obwohl der Gemeinderat das Bauvorhaben positiv beurteilt hatte. Die Kulturgüterkommission begründet ihren Entscheid damit, dass das Haus im Bereich des national schützenswerten Ortsbildes liegt. Nicht der Ballenberg «Ich kann das nicht verstehen, in der heutigen Zeit sollte man solche Anlagen nicht verhindern», so Benninger. Schliesslich liege Salvenach nur 30 Kilometer von Mühleberg entfernt, und der Atomausstieg sei ohne neue Stromquellen nicht möglich. «Der Schutz des Ortsbildes ist wichtig, aber wir sind doch nicht auf dem Ballenberg.» Er wolle den Kulturgüterschutz nicht infrage stellen, aber es gelte, mit der Zeit zu gehen. «In solchen Fällen sollte eine grosszügige-re Bewilligungspraxis möglich sein.» Dies umso mehr, als er sich bemüht habe, die Solarzellen auf dem hinteren Dachteil zu platzieren. «Kaum Spielraum» Heinz Schuler, zuständig beim Amt für Kulturgüter für das Geschäft, versteht Benningers Unverständnis. «Im Einzelfall kann das ärgerlich sein, aber wir haben kaum Spielraum.» Das Amt setze die Gesetze für einen sinnvollen Schutz der Kulturgüter um. Im Fall Benninger stehe im Baureglement der Gemeinde, dass Flachkollektoren und Solarzellen innerhalb der Dorfzone nicht möglich seien. Gerade bei Anlagen zur Stromproduktion, die wegen der Einspeisung ins Stromnetz nicht an den Ort des Verbrauches gebunden seien, gebe es keine Ausnahmen. «Auch wenn sie von der Strasse her nicht gut sichtbar sind.» Gemeindepräsident Urs Leicht bedauert, dass Benninger keine Solaranlage einrichten kann. «Wir haben das Projekt unterstützt und sind der Meinung, dass solche Anlagen sinnvoll sind.» Leicht bestätigt, dass laut Baureglement solche Anlagen in der Dorfzone nicht möglich sind. «Wir würden diesen Artikel gerne streichen und haben uns beim Kanton erkundigt», so Leicht. Die Kulturgüterkommission kann aber der Aufhebung des Artikels nicht zustimmen. luk/hus>

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