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Im «Pöstli» naht der Feierabend

Das Langnauer «Pöstli» wird die Pensionierung seiner Wirte kaum überleben: Weil die Investitionen

Unvermittelt fühlte er sich an seine eigene Situation erinnert. Ziemlich genau zwei Monate ist es her, als der Langnauer «Pöstli»-Wirt Hanspeter Kägi die Zeitung aufschlug und las, dass ein paar Kilometer talabwärts die «Sonne» Oberburg auf die Sommerferien hin zugeht. Wohl für immer, denn zu veraltet ist die Küche und zu hoch der Geldbetrag, den die Eigentümer aufwerfen müssten, um die Einrichtungen wieder auf den aktuellen Stand zu bringen. In den nächsten zwei Jahren «Auch meine Küche entspricht vom Baulichen her den heutigen Vorschriften nicht mehr», sagt Hanspeter Kägi. Er könne sie zwar nach wie vor sehr sauber halten, doch Elemente wie die hölzernen Schränke oder auch der viel zu nahe an der Backstube liegende Hintereingang würden vom heutigen Gesetz nicht mehr so akzeptiert. Und weil bei einem Wirtewechsel die Behörden jeweils genau hinschauen, steht für ihn fest: Wenn er und seine Frau Ursula einmal aufhören werden, verschwindet gleich auch das «Pöstli». Auf einen genauen Zeitpunkt will sich Hanspeter Kägi noch nicht festlegen. Er weist allerdings darauf hin, dass er bereits 60 Jahre zählt und seine Frau auch nur um ein Jahr jünger ist. Dazu kommen bei ihm gesundheitliche Beschwerden – «in den nächsten zwei Jahren wird für uns der Ruhestand aktuell». Sehr viel selber produziert Wieso er so sicher ist, dass es dann für sein Lokal keinen Nachfolger geben wird? «Dazu wäre auch bei uns die Investition zu gross.» Sicher 150000 bis 200000 Franken würden die notwendigen Umbauten kosten, und dieses Geld müsste er als Besitzer der Liegenschaft irgendwie auf die künftige Miete überwälzen. «Für einen Pächter würde es damit schwierig.» Denn bereits heute, fährt der Wirt fort, könne der Betrieb im «Pöstli» vor allem daher so gut laufen, «weil wir so viele Backwaren selber produzieren». Auf diese Art lasse sich eine höhere Marge erzielen, als wenn er das Sortiment von aussen zukaufen würde. Weiter helfe mit, dass er gemeinsam mit seiner Frau auf eine sehr hohe Präsenz im Betrieb komme. Verkauf über die Gasse Vor diesem Hintergrund sieht Hanspeter Kägi die Zukunft des heutigen Lokals eigentlich nur als Büro- oder Geschäftsraum. Er habe bereits die Fühler nach möglichen Interessenten ausgestreckt, doch konkret sei noch nichts, sagt er – um gleich anzufügen, dass ein Verkauf als Alternative zum Vermieten nicht in Frage komme. «Wir haben uns die Wohnung im Obergeschoss schön eingerichtet und wollen sie nicht aufgeben.» Apropos Backwaren: Mit ihren Broten, Züpfen und Kuchen haben sich Hanspeter und Ursula Kägi weitherum einen guten Namen geschaffen. «Wir haben das Sortiment in unseren 31 Jahren stetig ausgebaut», blickt der Wirt zurück. Im Gleichschritt sei auch der Verkauf über die Gasse immer wichtiger geworden – «zu diesem Zweck haben wir die Bar unseres Vorgängers ja durch die heutige Verkaufstheke ersetzt». Gartenterrasse im Sommer Das «Pöstli» bietet 60 Plätze, dazu kommt im Sommer die Gartenterrasse mit weiteren 24 Plätzen. Neben Hanspeter und Ursula Kägi sind heute eine Festangestellte und zwei Aushilfen im Betrieb tätig. Stephan Künzi>

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