Im Schlossberg wurden schon 130'000 Autos parkiert

Thun

Die Parkhaus Thun AG hat ein durchzogenes Jahr 2018 hinter sich: Der Ertrag ging unter anderem aufgrund der erschwerten Zufahrten zurück. Freude machten und machen die beiden neuen Parkings.

<b>Nur noch fünf freie Plätze im Schlossberg-Parking:</b> Situationen wie diese im Februar gab es bereits zahlreiche.

Nur noch fünf freie Plätze im Schlossberg-Parking: Situationen wie diese im Februar gab es bereits zahlreiche.

(Bild: Patric Spahni)

In nur 50 Tagen von der Eröffnung am 12. November bis Ende 2018 wurden 39'000 Einfahrten ins Parking im Thuner Schlossberg gezählt – bis heute sind es rund 130'000. Kein Wunder, spricht Raphael Lanz, Stadtpräsident und Verwaltungsratspräsident der Parkhaus Thun AG, von einem «Meilenstein».

Und: «Das Parking läuft so, wie wir es uns erhofft haben.» Budgetiert habe man aber vorsichtiger. Der fulminante Start des Parkings City Ost Schlossberg trug massgeblich dazu bei, dass die Verantwortlichen der Parkhaus Thun AG am Montag vor den Medien von einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2018 sprachen. Dies, obwohl der Betriebsertrag mit 4,83 Millionen Franken um gut 50'000 Franken tiefer ausfiel als im Rekordjahr 2017.

23'000 Einfahrten weniger

Für Lanz ist der Rückgang erklärbar – und zwar mit der ausserordentlichen Verkehrssituation: «Die Baustellen in der Innenstadt sorgten für erschwerte Zufahrten und Stausituationen.» Die Gesamtzahl der Frequenzen ging um 23'000 Einfahrten auf 861 964 zurück. Betroffen war vor allem das Grabengut mit einem Minus von 11,6 Prozent, aber auch das Parking Aarestrasse mit einem Rückgang von 4,6 Prozent.

Das siebenstöckige Parking in Thun im Schnelldurchlauf. (Video: Luc Billaud, Christian Häderli)

War für diesen Effekt auch die Eröffnung des Schlossberg-Parkings und damit eine Verlagerung in dieses mitverantwortlich? Raphael Lanz sagt, dies sei aufgrund der baustellenbedingt immer wieder unterschiedlichen Verkehrssituation schwierig zu sagen. Die Frequenzen hätten sich aber seit der Eröffnung des Schlossberg-Parkings insgesamt erhöht. Und: «Wir freuen uns jetzt schon auf den Normalbetrieb!»

Bahnhof: «Tendenz stimmt»

Eine deutliche Steigerung verzeichnete die Parkhaus Thun AG beim Parking City Süd Bahnhof: Dort waren es 2018 insgesamt 31'395 Einfahrten – und damit satte 39,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Mit dieser Entwicklung ist Lanz zufrieden: «Das Ausgangsniveau hätte höher sein dürfen, aber die Tendenz stimmt.»

Dies zumal wohl sehr bald weitere Parkplätze in Bahnhofsnähe wegfallen: Am Montag lief die Beschwerdefrist für die Aufhebung der Parkplätze an der Aarefeldstrasse ab. Per B-Post verschickte Beschwerden könnten auch jetzt noch eingehen. Ist dies nicht der Fall, wird laut Raphael Lanz alles aufgegleist, damit die Parkplätze in den nächsten Tagen aufgehoben werden können – begleitet von einer entsprechenden Information sowie einem Verkehrsdienst.

Lanz: «Wir erhoffen uns dadurch eine Verbesserung der Verkehrssituation auf dem Bahnhofplatz und mehr Besucher im Parking City Süd Bahnhof.» Es sind nicht die einzigen guten Nachrichten für die Parkhaus Thun AG, was das Bahnhof-Parking betrifft: Die schweizerische Parkhaus-Vereinigung Parking Swiss zeichnet moderne Parkhäuser mit dem European Gold Standard Parking Award aus – «das Parking City Süd wird am Donnerstag als erst neuntes Parkhaus in der Schweiz mit dieser Auszeichnung geadelt», erklärte Andreas W. Maurer, Geschäftsführer der Parkhaus Thun AG. Angestrebt werde dieser Award auch beim Schlossberg-Parking.

Am 12. November 2018 wurde das Parking Schlossberg in Thun in Betrieb genommen. Was die ersten Kunden über das Bauwerk sagten. Video: Christian Häderli, Luc Billaud

Ebenfalls gut abgeschnitten hat die Parkhaus Thun AG bei einem Preisvergleich des Touring-Clubs Schweiz unter Parkhäusern in den 15 grössten Schweizer Städten. Im sogenannten 6-Stunden-Business-Hour-Vergleich – in der Zeit werktags von 9 bis 15 Uhr – kam Thun mit 11 Franken gemeinsam mit La Chaux-de-Fonds auf Rang zwei. Weniger kostet das Parkieren in dieser Zeit nur in Chur, wo 9 Franken berappt werden müssen.

Viele Fussgänger

Zurück zum Schlossberg-Parking: Verwaltungsratspräsident Raphael Lanz wies darauf hin, dass der Bau 42,5 Millionen Franken gekostet hat – und damit 1,9 Millionen weniger als budgetiert. Dies, obwohl gegenüber dem Voranschlag Mehrleistungen im Umfang von 400'000 Franken hinzugekommen seien.

Beträchtlich sei auch der Zusatznutzen durch die neuen Erschliessungswege zwischen Hauptgasse, Schlossberg und Burgstrasse: «Nach unseren Grobschätzungen nutzen monatlich rund 10'000 Personen die neuen Fussgängerverbindungen», sagte Lanz. Damit stelle die Parkhaus Thun AG der Öffentlichkeit eine wichtige Infrastruktur zur Verfügung.

An der gestrigen Generalversammlung zeigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den aktuellen Zahlen zufrieden: Sie hiessen die Jahresrechnung einstimmig gut. Ebenfalls einstimmig wurde CVP-Gemeinderat und Bauvorsteher Konrad Hädener neu in den Verwaltungsrat gewählt. Er ersetzt die letztes Jahr als Gemeinderätin zurückgetretene Marianne Dumermuth (SP).

Thuner Tagblatt

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