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Immer mehr Ausweise weg

Strassenverkehr Raserei, Alkohol oder Handy am Steuer: 2010 mussten mehr Menschen nach Verkehrsdelikten ihren Führerausweis abgeben als noch im Jahr zuvor.

Im vergangenen Jahr mussten auf Schweizer Strassen rund 79000 Autofahrerinnen und Autofahrer ihren Führerausweis abgeben. Dies sind 5,4 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Bundesamt für Strassen (ASTRA) gestern mitteilte. Die Ausweisentzüge wegen Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit nahmen um 1,2 Prozent auf 34427 Fälle zu – so viele wie noch nie. Entgegen dem Trend der letzten Jahre erhöhte sich aber auch die Zahl der Entzüge wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand, und zwar um 5,4 Prozent auf 18371 Fälle. Fast 10000 Personen verloren ihr «Billet» wegen Unaufmerksamkeit am Steuer. Dieser Anstieg um 8,2 Prozent führt das ASTRA unter anderem darauf zurück, dass immer mehr Lenker während der Fahrt Telefone oder Navigationsgeräte bedienen. Schwierige Deutung Das Bundesamt relativiert allerdings die Bedeutung der Statistik: «Die Zahlen dürfen nicht überbewertet werden», sagte Sprecher Thomas Rohrbach auf Anfrage. Vor allem sei aus der Statistik nicht abzuleiten, dass tatsächlich mehr Personen als im Vorjahr zu schnell oder angetrunken gefahren seien – möglicherweise wurden von der Polizei einfach nur mehr Kontrollen durchgeführt. Schliesslich sei auch zu berücksichtigen, dass die Gesamtzahl der Autofahrer zugenommen habe. Die meisten Missetäter mussten ihr «Permis» für ein bis drei Monate abgeben. Während die Zahl der Ausweisentzüge von sieben bis zwölf Monaten zunahm, sank jene der Entzüge von mehr als zwölf Monaten. Stark zugenommen hat jedoch die Zahl der Ausweise, die auf unbestimmte Zeit eingezogen wurden. Hier wirke sich das 2005 eingeführte verschärfte Recht aus, schreibt das ASTRA. Nach den neuen Regeln kann Wiederholungstätern der Ausweis leichter auf unbestimmte Zeit entzogen werden. Mehr Ausweise annulliert Auch der «Führerausweis auf Probe» schlägt sich in der Statistik nieder: 2010 wurden 1388 Ausweise annulliert – über 80 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Grund für die massive Zunahme: Nach neuem Recht wird nun der Ausweis bei zwei Widerhandlungen während der Probezeit gleich annulliert. Am meisten Ausweisentzüge verzeichnete das ASTRA in der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen, gefolgt von den 30- bis 39-Jährigen. Die höchste Zunahme gegenüber dem Vorjahr (plus 22,6 Prozent) gab es in der Altersgruppe ab 70 Jahren.sda>

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