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In 40 Minuten im höchsten Weinanbaugebiet von Europa

Dank der Neat ist Spiez

«Das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein zu trinken.» Dieses Motto eines lebenserfahrenen «Terbiners» drückt aus, wie sehr die Bewohnerinnen und Bewohner von Visperterminen mit ihrem Wein verbunden sind. Müssen sie wohl auch, sonst würde der Rebensaft verschiedenster Sorten – darunter der bekannte Heida – im höchsten Rebberg Europas kaum gedeihen. 20 Sorten Rebensaft Im Herbst geht es im steilen Gelände zu und her wie in einem Bienenhaus. Unterstützt von «Heimweh-Terbinern» und Freunden «wimden» die Rebenbesitzer der 1979 gegründete Genossenschaft rund 20 verschiedene Sorten. Diese liefern sie zum einen in der St.-Jodern-Kellerei in Unterstalden ab, wo sie in bis zu 300000 Liter AOC-Wein verarbeitet werden. Zum andern keltern sie sie selber ein. Auch privat reifen über den Winter reine Qualitätsweine und einmalige «Assemblages». Nebst dem Fleiss der Winzer trägt die sonnenreichste Gegend der Schweiz zum Gelingen des Rebensaftes bei. Die Weltoffenheit der «Terbiner» zeigt sich im weitverzweigten Wandergebiet mitten durch die «Rieben» mit dem Weinlehrpfad, der über den technischen Anbau über die Sorten bis hin zur unentbehrlichen Bewässerung informiert. Das sogenannte Wässerwasser und das Klima sind ebenfalls Thema der Kulturwege zwischen Visp und Visperterminen. Die Wanderung auf 2300 Meter über Meer entlang des «Heido», der bereits im 14.Jahrhundert erwähnten Suone – mit Blick bis zum Aletschgletscher –, ist denn auch einer der Höhepunkte im Wandergebiet vom Simplon durchs naturgeschützten Nanztal über Gspon bis nach Saas-Fee. Teile davon führen über den europäischen Pässeweg. Zurück zum Wein. Auf einen langjährigen «Terbiner» Gemeindepräsidenten und Nationalrat geht der Satz zurück, der auch den Respekt vor dem Muntermacher Heida ausdrückt: «Ich war noch nie voll; es hatte immer noch was Platz.» Das «Heidadorf» Fusionieren 2011 per Volksabstimmung die Gemeinden Ausserberg, Eggerberg, Baltschieder, Bürchen, Visp und Visperterminen, erhält der Name der Letzteren seine alte Bedeutung zurück, «zu hinderst in Visp»; so wie in Spiez das Hotel Terminus einst das Ende der Spiezer Verbindungsbahn kennzeichnete. Das 5155 Hektaren grosse «Heidadorf», wie Visperterminen auch heisst, liegt auf 1400 m ü.M. und hat 1450 Einwohner. Es baute von 1906 bis 1916 einen 2,5 Kilometer langen Stollen ins Nanztal und sicherte sich mit dem gewonnenen Wässerwasser vom Gamsagletscher die 1655 Hektaren umfassende Landwirtschaft. Der verheerende Ausbruch des Gebidemsees im Jahr 1907 (mit Schäden bis zur damaligen Zermattbahn hinunter) konnte das Projekt nur verzögern, nicht aber aufhalten. Damals galt das «Heidadorf» als Oberwalliser Kornkammer. Zudem stoppte das Dorf mit dem neu gewonnenen Wasser die Auswanderungswelle bis nach Übersee. Der erste Kulturpark der Schweiz, die «Chinderwält», das Dorfmuseum, die vielen Kapellen sowie 30 Ortsvereine, in denen auch die Jugend stark vertreten ist, präsentieren ein breit gefächertes Kulturangebot. Zwei Hotels und mehrere Restaurants verwöhnen Einheimische wie Gäste, von welchen viele seit Jahren wiederkommen. Der Sessellift aufs «Giw» mit dem gleichnamigen Restaurant auf 2000 m ü.M. eröffnet ein weiteres Wandergebiet in alle Richtungen. Zwei Skilifte ergänzen im Winter die familienfreundlichen Angebote mit Skipisten, Schlittel- und Winterwanderwegen samt Schneeschuhtrails. Die führen teils bis in Dorf hinunter. Guido Lauper >

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