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In Barcelona ohne «Eskorte»

Im EM-Marathon wird

Acht Marathons hat Maja Neuenschwander in ihrer Karriere bestritten, sich dabei in der Regel von Wettkampf zu Wettkampf um etwas über eine Minute gesteigert. Ob es in diesem Stil weitergeht, ist insofern zu bezweifeln, als die Bernerin bei ihrem nächsten Auftritt über 42,195 km anlässlich der Europameisterschaft von Ende Juni in Barcelona in mancher Hinsicht Neuland betritt. Nie zuvor habe sie einen Marathon im Hochsommer bestritten, nie zuvor sei der Startschuss erst um zehn Uhr gefallen, sagt die 30-Jährige. Den Juni wird die Gymnasiallehrerin grösstenteils im Engadin verbringen; der Arbeitgeber gewährt ihr unbezahlten Urlaub. Im Juli wird sie versuchen, sich an die verhältnismässig hohen Temperaturen zu gewöhnen, die in Katalonien zu erwarten sind. Weniger gut simulieren lässt sich die Absenz der Schrittmacher. Bis anhin liess sich Neuenschwander jeweils von zwei Kollegen begleiten, die ihr während des Wettkampfs alles abnahmen, was es abseits des Laufens zu tun gibt. Vor Jahresfrist wurde sie sowohl in Paris als auch in Berlin von Daniel Vögeli und Thomas Mullis «eskortiert». Der Berner Vögeli war einst Schweizer Meister über 5000 Meter und während Jahren einer der besten Schweizer Mittelstreckler. Mullis ist Sportlehrer, Bewegungsexperte und Geschäftspartner von Viktor Röthlin; die beiden führen gemeinsam Laufwochen für Hobbysportler durch. Exklusive Hühnerhaut Vögeli und Mullis versorgten die beste Schweizer Marathonläuferin auf der Strecke mit Nahrungsmitteln, schirmten sie von potenziellen Störfaktoren ab und garantierten für konstantes Lauftempo. In Barcelona hingegen wird Neuenschwander auf sich gestellt sein. Sie hofft, möglichst früh eine Konkurrentin zu finden, welche «einen ähnlichen Fahrplan hat»; gemeinsam sei es einfacher, ein bestimmtes Tempo aufrechtzuerhalten. Im GP von Bern werden ihr die Männer ebenfalls keinen Support bieten. Die Besten starten am Samstag sieben Minuten nach den schnellsten Frauen – «und werden irgendwann an mir vorbeirauschen». Maja Neuenschwander vermutet, die meisten Spitzenläuferinnen bewältigten den Parcours schneller, würden sie gemeinsam mit den Männern auf die Strecke geschickt. «Dafür würden wir in der Masse untergehen und jenes Hühnerhaut-Feeling vermissen, welches den GP von Bern zu einem unvergleichlichen Erlebnis werden lässt.»mjs >

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