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In der Freizeit hat sie Weihnachten

krauchthalFür ihr weihnächtliches Hobby bleibt erst nach Weihnachten Zeit: Irène Bettschen schreibt Geschichten rund ums grosse Fest.

Weihnachtsgeschichten schreiben bezeichnet sie als ihr Hobby. Doch ausgerechnet jetzt, da der erste Advent vor der Tür steht und die heilige Zeit beginnt, muss sie passen. «In den Wochen vor den Festtagen bin ich derart mit Vorbereiten beschäftigt, dass ich schlicht keine Zeit habe», stellt Irène Bettschen aus Krauchthal lakonisch fest. Umso mehr packt es die 35-jährige Sekretärin jeweils dann, wenn der Glanz der Kerzen erloschen ist, die Tage aber gleichwohl grau und die Nächte dunkel bleiben. «Im Januar und Februar kann es an den Abenden rasch einmal langweilig werden, also setze ich mich an den Computer und schreibe.» Einmal, als sie länger krank war und vom ewigen Liegen und Lesen genug hatte, tauchte sie sogar mitten im Sommer in ihre weihnächtliche Welt ein. «Es war die beste Klimaanlage, die man sich vorstellen kann», sagt sie und lacht. Der Wert der klassischen Feier Was an Weihnachtsgeschichten denn so faszinierend sei? Irène Bettschen kann es gar nicht so richtig in Worte fassen. Sie blickt zurück in ihre Jugend auf einem Bauernhof in den Hügeln zwischen Niederösch und Rumendingen, «wir haben immer sehr traditionell gefeiert». Im landeskirchlich geprägten Elternhaus war der Besuch des Christnachtgottesdiensts ebenso selbstverständlich wie das Beisammensein bei Gesang, Flötenspiel und einer Geschichte am geschmückten Tannenbaum. «Wir durften ihn jeweils zuvor in unserem Wald selber aussuchen.» Später verlor das Fest daheim seinen Glanz. Viel lieber ging Irene Bettschen mit ihren Freunden zur Feier des Tages auswärts essen – bis sie merkte, «dass mir doch etwas fehlte». So komme man heute wieder ganz klassisch im privaten Rahmen zusammen, wie früher. Zu einer solchen Feier gehört, natürlich, auch eine Geschichte. Irène Bettschen ist wieder beim Thema und erzählt, wie sie überhaupt zum Schreiben gefunden habe. Acht Jahre ist es her, sie gab damals Sonntagsschule, bereitete die Weihnachtsfeier vor und war ziemlich ratlos. «Ich hatte alle gängigen Büchlein durch, und einfach irgendetwas lesen wollte ich nicht.» Denn eine Erzählung zu Weihnachten müsse Tiefgang, Gehalt haben. Ein paar einfache Kerzen Also dachte sie sich ihre erste Geschichte aus, und ihr folgte bis heute eine Handvoll weitere. Die Ideen dazu entwickle sie in ihrem Alltag, erzählt sie, sei es, dass sie durch den Wald spaziere und einem krummen Bäumchen begegne, sei es, dass sie sich vergegenwärtige, wie gern sie früher eine Zwillingsschwester gehabt hätte, sei es schliesslich, dass ihr die Worte ihrer Grossmutter in den Sinn kämen, der das immer bombastischere Drumherum völlig zuwider gewesen sei. Wo doch an Weihnachten ein paar einfache Kerzen ebenso viel Stimmung verbreiten könnten. So entstand aus diesen und weiteren Mosaiksteinchen, die Irène Bettschen laufend in einer Liste notiert, die Geschichte von der ungeliebten Tanne, die trotz allem als Weihnachtsbaum zu Ehren kommt. Jene von den Zwillingen Thommy und Tämmy, die als Kinder vom Land in der Stadt keine Freunde finden und dennoch zu schönen Weihnachten kommen. Und jene von den Leuten im Altersheim, die ihr Glück in einer einfachen, schlichten Weihnachtsfeier finden. Mit den Kindern unterwegs Ihre Geschichten hat Irène Bettschen schon hin und wieder im kleinen Kreis vorgetragen, doch in erster Linie, sagt sie, schreibe sie zur eigenen Freude. Wobei sie die Dinge gleich noch ins richtige Licht rückt: In ihrer Freizeit habe noch viel anderes Platz. Zeichnen und eben lesen, dazu sei sie auch viel und gern mit ihren verschiedenen Gotte- und Hütekindern unterwegs.Stephan Künzi>

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