In der Sonne brennt noch viel Potenzial

Spiez

Vor 20 Jahren formierte sich die Spiez Solar. Zu diesem Anlass luden die Verantwortlichen Gäste ein, die zur Gegenwart und Zukunft des Sonnenstroms referierten.

Solarrebell Syril Eberhart: «Mit Fotovoltaik kann jeder mithelfen, den CO2-Ausstoss zu senken.»<p class='credit'>(Bild: Guido Lauper)</p>

Solarrebell Syril Eberhart: «Mit Fotovoltaik kann jeder mithelfen, den CO2-Ausstoss zu senken.»

(Bild: Guido Lauper)

«Als wir am 5. März 1999 im Bahnhofbuffet die Genossenschaft Spiez Solar gründeten, klopfte mein Herz höher als heute, weil ungewiss war, wie gross das Interesse an Fotovoltaik (FV) sein würde», erinnerte sich der erste Präsident Klaus Aegerter. Es kamen rund 70 Leute – nicht ganz so viele wie am Mittwoch ins Lötschbergzentrum –, die mehrere Tausend Franken zeichneten, womit auf der Schulanlage Längenstein am 9.9.99 die erste Anlage ans Netz ging; die 2006 auf den heutigen Stand erweitert werden konnte.

Die zwölf Jahre dauernde Pionierphase habe bei den Engagierten viel Kraft und Substanz verbraucht und verdiene einen «sehr grossen Dank», sagte Gemeindepräsidentin Jolanda Brunner, da FV damals noch nicht in aller Munde gewesen sei.

So bezeichnete sie den Neuanfang von 2011 als «grosse Überraschung». Brunner verwies auf den zweiten Präsidenten Syril Eberhart, der dazumal die Energiewendegenossenschaft EWG für Selbstbauanlagen ins Leben gerufen, den Berner Unternehmerpreis 2017 und 2018 den deutschen «Solarrebell» erhalten hatte.

Eberhart selber hielt fest: «Mit FV kann jeder mithelfen, den CO2 zu senken.» Gesenkt werden sollen mit den Selbstbau-FV-Anlagen die Preise, damit sich (fast) jeder eine solche leisten kann. Bis jetzt seien 250 mit Strom für rund 1000 Haushalte gebaut worden.

Gemeinde ist selber aktiv

«Die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Spiez» rühmte der jetzige Präsident Ruedi Steuri. Bei den Dachsanierungen setze die Verwaltung auf FV und spare Kosten. Nach dem Längenstein, der Turnhalle Dürrenbühl und dem Werkhof seien weitere geplant. Auf dem Freibadgebäude wird demnächst Strom produziert. Seit 2011 erfolgten über 150 Beratungen und Dachabklärungen vor Ort, von Privaten und dem Gewerbe; nebst Spiez auch in Aeschi, Wimmis und Erlenbach.

An Auszeichnungen erhielt Spiez Solar mit dem Crowdfunding und dem Bau der Anlage auf der Bibliothek das Diplom Zurich Klimapreis 2016 und 2018 in der Kategorie Institutionen ein Schweizer-Solarpreis-Diplom (wir haben berichtet). «Einige Dörfer und Städte sind weiter als Spiez», ergänzte Steuri und präzisierte: «Mit mehr als 300 Solardächern bei einem Bestand von gut 7500 Dächern ist das Potenzial riesig.»

Gemeinsam miteinander wäre ideal, sagte Steuri und bedauerte: «Mit dem Energiedienstleister BKW haben wir keinen Kontakt. Mit entsprechendem Austausch würde der gesamte Zubau an Solardächern transparent. Leider sei in der Zone eines geplanten Stallneubaus in Hondrich keine FV-Anlage möglich, doch, so Ruedi Steuri: «Im Moment laufen Gespräche, dass Spezialisten im Inforama in Hondrich eine Weiterbildung zur Fotovoltaik anbieten können.»

Vielfältige Forschung

Zur Gegenwart und Zukunft des «Sonnenstroms» referierten vier ganz unterschiedliche Unternehmer. Markus Chrétien, Solarspar, Sissach: «Wir bauen Fotovoltaikanlagen, wo kostendeckende Abnahmepreise garantiert werden.» Aurel Schmid, Gründer und CEO von Solarify, Hünibach, bezeichnete den Klimawandel als Motivation der Arbeit. Seine Firma bringe Privatpersonen als Kleininvestoren und Dachbesitzer zusammen. «Wir bauen nur rentable Anlagen, wobei jeder Käufer weiss, wo seine Panels sind und wie viel Strom sie produzieren.»

Thomas Stahel von Smart Energie Link sagte klar: «Optimiert den Verbrauch an Solarstrom, macht Gebäude zu rentablen Kraftwerken und vernetzt ganze Quartiere!»

Berner Oberländer

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt