In Unterseen herrscht Zufriedenheit

Unterseen

Im März und April wurden zwei Bevölkerungsforen zur Ortsplanrevision in Unterseen durchgeführt. Fazit: In der Bevölkerung herrscht eine grosse Zufriedenheit. Zufrieden ist auch Planungspräsident Ernst Vögeli.

Das Siedlungsgebiet von Unterseen: Mit der Revision der Ortsplanung sollen die Weichen für die Entwicklung ab dem Jahr 2020 gestellt werden.

Das Siedlungsgebiet von Unterseen: Mit der Revision der Ortsplanung sollen die Weichen für die Entwicklung ab dem Jahr 2020 gestellt werden.

(Bild: Bruno Petroni)

Die Bevölkerungsforen vom 17. März und vom 24. April waren als workshopartige Gesprächsplattformen konzipiert und ­hatten zum Ziel, zur Meinungsbildung bei einigen Grundsatzfragen anzuregen. Es sollten zum Start der Ortsplanrevision Visionen, Ziele und Lösungsmöglichkeiten aus der Bevölkerung zusammengetragen werden. Nun liegt der Schlussbericht über die beiden Veranstaltungen vor. Er wurde am 29. Juni von der Spezialkommission Ortsplanung und am vergangenen Montag vom Gemeinderat verabschiedet.

Verschiedene Empfehlungen

«Für die weiteren Arbeiten der Ortsplanrevision wurden wertvolle Grundlagen geliefert», stellt Gemeinderat Ernst Vögeli fest. Im Schlussbericht steht: «Es konnte festgestellt werden, dass in den wesentlichen Fragen ein Konsens besteht und keine überwiegenden Probleme oder Konflikte bestehen». Zuhanden der Spezialkommission und des Gemeinderates wurden Empfehlungen zur Gesamtentwicklung, zu Wohnen und Arbeiten, zu Landschaft, Natur, Landwirtschaft und Naherholung sowie zu Verkehr und Infrastruktur formuliert.

Einige Beispiele: Zur Gesamtentwicklung wird unter anderem festgehalten, dass Unterseen seinen kleinstädtischen Charakter und seine hohe Wohn- und Lebensqualität bewahren soll. Die Bevölkerungszahl soll sich mittel- bis längerfristig moderat entwickeln (heute 5700 Einwohner, künftig 6000 bis 6500). Zur Siedlungsentwicklung ist festgehalten, dass diese innerhalb der bestehenden Wohn- und Arbeitsgebiete durch verdichtete Bauformen und architektonisch gut gestaltete Bauten und Aussenräume von Siedlungen und Strassen erfolgen soll. Die unüberbaute Landschaft ausserhalb der Siedlungsgrenzen soll erhalten bleiben.

Für öffentliche Plätze und Aussenräume (Dreispitz mit Fischtreppe und Stadthausplatz) wird eine Aufwertung erwartet. Das bestehende Verkehrsregime sei beizubehalten, es seien keine Verkehrsverlagerungen vorzunehmen. In den Wohnquartieren wird grundsätzlich die Einführung der Tempo-30-Zone empfohlen (mit der Beibehaltung von Fussgängerstreifen). Im «Stedtli» soll eine zweckmässige Parkplatzbewirtschaftung geprüft werden. Die Anzahl der Parkplätze sei allenfalls zu reduzieren und die Parkdauer zu beschränken.

Nun folgt der Richtplan

Die Resultate der Bevölkerungsforen werden nun von der Spezialkommission und dem Gemeinderat weiterbearbeitet. Sie dienen als Grundlage für die Erarbeitung des Richtplans Raumentwicklung (Modul 1) und die anschliessende Überarbeitung der baurechtlichen Grundordnung (Modul 2) sowie für die Richtpläne Landschaft, Verkehr und Energie (Module 3 bis 5).

Bis Ende 2020

Nach der Erarbeitung des Moduls 1 und später der Module 2 bis 5 wird je eine Mitwirkung durchgeführt. Im Herbst 2018 wird für alle Module eine bereinigte Mitwirkung erfolgen. Anschliessend werden sie vom Kanton vorgeprüft und danach öffentlich aufgelegt. Die neue Ortsplanung soll im März 2020 vom Gemeinderat genehmigt und dann an einer ordentlichen Gemeindeversammlung den Stimmberechtigten vorgelegt werden. Wenn sich dann der Kanton nicht allzu viel Zeit nimmt, das Werk gutzuheissen, könnte die Ortsplanrevision noch in der laufenden Legislatur (bis Ende 2020) abgeschlossen werden.

Berner Oberländer

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