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Jäger feilschen um Pelze

ThunNach der Jagd wartet der Handel: Am grössten Pelz- und Fellmarkt der Schweiz stand am Samstag in Thun das Feilschen im Vordergrund.

Der Unterlangenegger Samuel Wenger und seine beiden Jägerkollegen aus Eggiwil haben soeben den Fünffrankenjeton gelöst. Damit lässt sich am Samstag in einem der Thuner Parkhäuser das Auto den ganzen Tag abstellen. Gut so, denn angesagt ist der schweizweit grösste Pelz- und Fellmarkt. Die Beute aus heuriger Jagd an den Händler zu bringen, benötigt einige Zeit. Gegen 30 Fuchsbälge kramen die Jäger in der Früh aus ihren Fahrzeugen. Etwas weniger als auch schon. «Die Jagd war heuer schwierig, der Fuchsbestand ist wohl etwas zurückgegangen», meint einer aus der Gruppe. Die Füchse haben sie in Thuns Osten und im Emmental erlegt. Am Märit in Thun wird sich zeigen, was sie wert sind. Bevor es allerdings so weit ist, braucht es etwas Geduld. Am Eingang der zur Markthalle umfunktionierten Autoeinstellhalle des Hotels Freienhof stehen Jäger und auch einige Jägerinnen in Vollmontur in der Schlange. Die Flinte haben sie zu Hause gelassen, dafür tragen sie Fuchsbälge auf dem Buckel. Derweil sich drinnen gleich mehrere Händler an grossen Tischen eingerichtet haben. Die Stimmung ist gelöst. Es wird geplaudert und gelacht. Preis bleibt tief Samuel Wenger, Markus Wittwer und Hansrudolf Riedwyl versuchen ihr Glück bei einem Pelzhändler aus dem Kanton St.Gallen. Peter Hofstetter begutachtet sorgfältig jedes Stück mit kritischem Blick, taxiert und legt den Preis auf sieben Franken pro Balg fest. Dies sind zwar rund zwei Franken mehr als vor Jahresfrist. «Doch so kommen wir nicht ins Geschäft», zeigt sich Jäger Wittwer leicht enttäuscht. Was den Pelzhändler fuchst, tut der guten Stimmung keinen Abbruch. Ein paar Schritte weiter wartet der nächste Händler. Es ist Ernst Graf aus Oberdiessbach. Die drei Fuchsjäger werden nicht müde, den Händler von der Qualität ihrer Beute zu überzeugen. Wie an einem Basar wird um jeden Franken gefeilscht. Bei acht Franken pro Fuchsbalg ist das Geschäft schliesslich per Handschlag besiegelt. «Der Preis ist tief, aber wir haben das Maximum herausgeholt», sagt Samuel Wenger. Auch ohne grossen Profit sind die drei Jäger glücklich. «Wir sind Idealisten und wollen, dass die Felle genutzt werden», sagt Hansrudolf Riedwyl. Mit dem Jagderlös im Sack bleibt jetzt Zeit für eine Stärkung in der Innenstadt und zum Fachsimpeln mit Gleichgesinnten. Weniger FuchsbälgeVon den Berner Jäger angeliefert werden am Samstag in Thun insgesamt 678 Fuchsbälge, 83 Marderpelze und 37 Dachsfelle. Dies sind rund 15 Prozent weniger als im Vorjahr. Ein Grossteil der aufgeführten Pelze und Felle ist für den Export bestimmt. Rund 95 Prozent gehen nach Osteuropa, Russland und Asien. Stefan Kammermann >

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