Jetzt wird es konkret

Gimmelwald

Die Genossenschaft Schulhaus Gimmelwald zieht nach einem Jahr Bilanz: Das Projekt kommt flott voran, die Baubewilligung ist deponiert.

Verantwortlich in der Verwaltung der Genossenschaft Schulhaus Gimmelwald sind (v.l.) Emil von Allmen, Präsident; Maria Eggimann, Sekretaiat; Daniela Zurbuchen, Finanzen; Corinne Jahn, Vizepräsidentin; Christian Abbühl, Bau.

Verantwortlich in der Verwaltung der Genossenschaft Schulhaus Gimmelwald sind (v.l.) Emil von Allmen, Präsident; Maria Eggimann, Sekretaiat; Daniela Zurbuchen, Finanzen; Corinne Jahn, Vizepräsidentin; Christian Abbühl, Bau.

(Bild: Peter Wenger)

«Jetzt wird es konkret, die Baueingabe ist Mitte Juni erfolgt und wird bald publiziert. Was vor eineinhalb Jahren mit einer Vision begann, nimmt klare Formen an», freut sich Emil von Allmen, Präsident der Genossenschaft Schulhaus Gimmelwald. In rekordverdächtiger Zeit wurde das Projekt vorangebracht. An einer ersten Generalversammlung im Festzelt beim Schulhaus Gimmelwald konnten sich die Genossenschafter, Spender und Förderer über das Projekt informieren lassen.

Generationen von Gimmelwaldern haben im altehrwürdigen Schulhaus die Schulbank gedrückt. Unterrichtet wird jedoch nicht mehr. Das markante Holzhaus steht seit längerer Zeit leer. Grund genug für die Gemeinde Lauterbrunnen, die Liegenschaft im November 2017 an einen privaten Käufer übergeben zu wollen.

In einer bemerkenswerten Aktion gelang es einer Interessengemeinschaft, den Entscheid in letzter Sekunde zu verhindern. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr wurde die «Genossenschaft Schulhaus Gimmelwald» gegründet. An der Gemeindeversammlung im November 2018 erhielten die initiativen Gimmelwalder einstimmig den Zuschlag für das schmucke Haus. Eine schier unglaubliche Geschichte für ein Bergdorf mit hundert Einwohnern.

Ein Haus für Familien

Ziel der Genossenschaft und der fünf Mitglieder der «Verwaltung» war es, nach dem Erwerb der Liegenschaft so rasch wie möglich ein Konzept über die zukünftige Nutzung des Objekts zu gestalten. Da im Dorf kaum Mietwohnungen zur Verfügung stehen, werden drei Wohnungen für Familien und ein Studio vorgesehen. Der Versammlungsort im Untergeschoss – hier werden Vereinsanlässe und Gottesdienste abgehalten – soll unverändert der Dorfbevölkerung dienen. Auch der ehemalige Schulhof wird für Anlässe aller Art genutzt werden können. Der verwaiste Pausenplatz wird neu zu einem einladenden Ort für Einheimische und Gäste.

Verantwortlich für die Planung ist Christian Abbühl, Bauvorsteher der Gemeinde Matten. Unterstützt wird er durch die Universal Gebäudemanegement AG, Interlaken. Die Baupläne und Unterlagen sind – unter Berücksichtigung der Wünsche der kantonalen Denkmalpflege – erstellt, und die Baubewilligung ist bei der Gemeinde Lauterbrunnen eingereicht worden. Die amtliche Publikation soll in den nächsten Wochen erscheinen.

In den Startlöchern

Anhand der konkret definierten Ziele war es möglich, einen ersten Finanzplan zu formulieren. Rund 1,8 Millionen Franken sind vorgesehen, um den Kauf und die geplanten Investitionen in Angriff zu nehmen. Das Genossenschaftskapital beträgt dank den über 200 Anteilinhabern und an die hundert Spendern zurzeit 573 000 Franken. Der Kaufpreis für das Objekt von 290 000 Franken konnte der Gemeinde Lauterbrunnen überwiesen werden.

Die Bank EKI, Interlaken, stellt eine Hypothek in Höhe von 600 000 Franken bereit. Die Restfinanzierung von rund 500000 Franken soll aus Beiträgen von Patenschaften, Stiftungen, Crowdfunding, Beteiligungen von Handwerkern und weiteren Genossenschaftern stammen.

Dank den jetzt verfügbaren Mitteln kann – sobald die Baubewilligung vorliegt – mit ersten Arbeiten begonnen werden. Ein erstes sichtbares Zeichen ist schon jetzt Wirklichkeit: Die «Pfeischterläde» von der ehemaligen Lehrerwohnung sind wieder offen und die Räume vermietet. Gespendete Möbel machen es möglich, Zimmer bis zum Umbau temporär anzubieten.

Freiwilligenarbeit gefragt

Nun kehrt Leben in das Schulhaus ein. Ein Haus, das für viele Gimmelwalder über Jahre eine zentrale Bedeutung hatte. So haben die Mitinitianten Emil von Allmen und Christian Abbühl mit vielen Mitschülerinnen und Schülern während vieler Schulstunden hier schreiben und rechnen gelernt. Wie viele Hunderte an Stunden sie gemeinsam mit ihren Mitstreitern ehrenamtlich für die Vision Schulhaus Gimmelwald investieren, ist kaum zu beziffern.

Berner Oberländer

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