Jodler aus Holz fürs Jodlerfest

Brienz

Derzeit schnitzen erfahrene Holzbildhauerinnen und Holzbildhauer der Region lebensgrosse menschliche Figuren für das Jodlerfest 2019.

Holzbildhauer Reto Odermatt arbeitet mit der Motorsäge an der Figur eines Jodlers.

Holzbildhauer Reto Odermatt arbeitet mit der Motorsäge an der Figur eines Jodlers.

(Bild: Monika Hartig)

«Unser Ziel ist es, am Bernisch-Kantonalen Jodlerfest vom 14. bis 16. Juni auf das Markenzeichen von Brienz, die Schnitzlerei, aufmerksam zu machen», sagt Markus Flück, Leiter der Brienzer Schule für Holzbildhauerei.

Die lebensgrossen Figuren aus hartem und langlebigem Lärchenholz will man auf dem Kreisel, bei der Kirche und/oder am Dorfausgang aufstellen. «Dort sollen sie etwa für die nächsten sechs Jahre stehen bleiben», so Flück. Die Aktion wurde im Berufsverband der Schweizer Holzbildhauer ausgeschrieben, dessen Präsident Markus Flück ist: «Alle, die sich beworben haben, können mitmachen.»

Mit der Motorsäge im Schneegestöber Am Montag sägten bereits einige der insgesamt elf Holzbildhauerinnen und Holzbildhauer die etwa zweihundert Kilo schweren Holzstämme am Ufer des Brienzersees mit der Motorsäge zu. Der zeitweise stürmische Wind mit Schneefall erschwerte es den Künstlern, den Flachschnitt zu machen. Trotz heftig stiebender Späne bemühten sich die Frauen und Männer, grob die Konturen der lebensgrossen Figuren herauszuarbeiten. Diese sollen naturalistisch gestaltet werden.

«Die Feinarbeit wie etwa das Schnitzen der Gesichter machen wir in der Werkstatt», so Markus Flück. Im April will man gemeinsam die Gesichter der Skulpturen in dezenten Farben bemalen, in der Werkstatt der Schule für Holzbildhauerei.

Jodelnde Menschen in Tracht

Frauen und Kinder in schmucker Tracht mit Blumensträussen in Händen, Männer im Chüjermutz mit Trachtenhut und den Händen im Hosensack: Die Modellzeichnungen für die Holzskulpturen zeigen eine fröhliche, bunte Schar jodelnder Menschen, oft in Zweiergruppen. Darunter ist etwa ein Alphornbläser oder ein Fahnenschwinger.

Einer der Jodler trägt ein Schild mit der Aufschrift «Hoppid», dem speziellen Brienzer Gruss. Bildhauer Rolf Blöchlinger gestaltet nebst einem Jodlermeitschi gar einen jodelnden Zugbegleiter in der originalgetreuen Uniform der Brienz-Rothorn-Bahn.

Grosszügige Unterstützung

Die Bahn wie auch die Gemeinde, die Burger- und die Kirchgemeinde haben die Aktion grosszügig unterstützt. Schulleiter Flück: «Ursprünglich waren nur sechs Figuren geplant, doch dann konnten wir über 33000 Franken sammeln. Nun können wir insgesamt etwa fünfzehn Skulpturen aufstellen.» Die Bildhauer seien mit viel Goodwill bei der Sache und würden für ihre Arbeit diesmal nicht den vollen Lohn erhalten. Markus Flück: «Alle helfen mit, damit unser Dorf am Jodlerfest einen guten Eindruck macht.»

Berner Oberländer

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