José D. Cardona hat starke Gegner

Vorjahressieger José David Cardona aus Kolumbien wird am Samstag von Läufern gefordert, die wissen, wie man am Jungfrau-Marathon siegt.

Gedränge auf dem Interlakner Höheweg eine halbe Stunde nach 8 Uhr am Samstagmorgen: 4000 Läuferinnen und Läufer starten am Jungfrau-Marathon. Nicht ganz drei Stunden später wird der Sieger auf der Kleinen Scheidegg eintreffen.

Gedränge auf dem Interlakner Höheweg eine halbe Stunde nach 8 Uhr am Samstagmorgen: 4000 Läuferinnen und Läufer starten am Jungfrau-Marathon. Nicht ganz drei Stunden später wird der Sieger auf der Kleinen Scheidegg eintreffen.

(Bild: Swiss-Image)

Der Weg von Interlaken auf die Kleine Scheidegg ist spektakulär, lang und steil: 42,2 Kilometer sind zurückzulegen und 1829 Steigungsmeter zu bewältigen. Das schreckt aber ausdauernde Läuferinnen und Läufer nicht ab, es zieht sie an. Die verfügbaren 4000 Startplätze sind seit Monaten ausverkauft. «Wir sind stolz darauf, dass unser Lauf so beliebt ist», freut sich OK-Präsident Toni Alpinice. Das beweise, «dass wir vieles richtig machen». Wenige Läuferinnen und Läufer machen den Sieg unter sich aus, für die meisten ist es ein einmaliges Erlebnis.

Mehrere bisherige Sieger

Das Männerfeld ist überaus stark besetzt. Der Schnellste 2017, der Kolumbianer José David Cardona, wird gleich von mehreren Siegern früherer Jahre herausgefordert: vom Briten Robbie Simpson (Sieger 2016, Zweiter 2017), vom Bulgaren Shaban Mustafa (Sieger 2015) und vom 46-jährigen in Italien lebenden Neuseeländer Jonathan Wyatt (Sieger 2003, 2007 und 2009). Zu den Siegesanwärtern gehört auch der Äthiopier Birhanu Mekonnen (2. 2016 und 3. 2017). Gespannt kann man auf den 38-jährigen Ultradistanz-Spezialisten aus Neuseeland, Vajin Armstrong, sein (Sieger K78 am Swissalpine Davos 2016).

Und die Schweizer? Es sind zwei am Start, die wissen, wie es sich auf dem Jungfrau-Marathon-Podest anfühlt: Patrick Wieser und Stephan Wenk. Der 39-jährige Wieser aus dem thurgauischen Aadorf wurde vor zehn Jahren Dritter und der drei Jahre jüngere Stephan Wenk aus Uster 2016 Zweiter. Im vergangenen Jahr reihten sich die beiden in den Top Ten ein: Wenk als Fünfter und Wieser als Neunter.

Schweizer Sieg bei Frauen?

Martina Strähl aus Horriwil SO, für die LV Langenthal startend, hat den Jungfrau-Marathon bereits 2016 gewonnen. Vor wenigen Wochen wurde sie an den Leichtathletik-Europameisterschaften im Marathon Siebte. Im Juli bewies sie in Adelboden, dass ihr die Oberländer Luft behagt. Sie siegte am Vogellisi-Berglauf mit neuem Streckenrekord. Nur zwei Männer waren schneller. Strähl wird gefordert von der Deutschen Michelle Maier, der Zweitplatzierten der vergangenen zwei Jahre, und der Italienerin Ivana Iozzia. Auch die Solothurnerin Petra Eggenschwiler, die Zweite des Inferno-Triathlons, wird wohl um einen Podestplatz kämpfen.

Und die Oberländer?

Der zurzeit beste Oberländer Bergläufer, der Adelbodner Jonathan Schmid, der an der Berglauf-Langdistanz-WM in Polen den 6. Rang belegte, ist in den ­Ferien und fehlt am Jungfrau-Marathon. So könnte Philipp Feuz der schnellste Einheimische werden. Der Ringgenberger dämpft zwar die Erwartungen. «Ich habe Probleme mit den Adduktoren, werde bis Lauterbrunnen zurückhaltend laufen und dann versuchen, Gas zu geben», verrät er sein Rezept.

Spitzenplatzierungen sind von weiteren Oberländern höchstens in den einzelnen Kategorien zu erwarten. Sicher vom 62-jährigen Erich Reuteler (Unterseen) in der Kategorie M60. Aber auch vom Präsidenten des Vereins Jungfrau-Marathon, dem Unterseener Helmut Perreten (M40). Er hat kürzlich am Aletsch-Halbmarathon brilliert. Ein familieninternes Duell liefern sich Vater Beni Fahner (Ex-Skicrack, 55-jährig) und Sohn Fabian (Skilanglaufhoffnung, 18-jährig) aus Meiringen.

Kategorie F45 stark besetzt

Am Jungfrau-Marathon ist Karin Jaun immer in Form. In den letzten drei Jahren belegte die Unterseenerin in der Kategorie F45 die Ränge 1, 1 und 2. Dieses Mal wird es hart für die 49-Jährige. Ihre Konkurrentinnen: Ivana Iozzia (It), der auch overall ein Podestplatz zugetraut wird, die Französin Aline Camboulive (JM-Siegerin 2014 und 2015) und Christine Willi aus Steffisburg (2017: 2. F40). Weitere schnelle Ober­länderinnen: Kathrin Knuchel (Thun), Ursina Zesiger-Hollinger (Wilderswil), Iris Wenger (Interlaken) und die in Meiringen wohnende Deutsche Claudia Kahl.

Die Streckenrekorde

2003 stellte Jonathan Wyatt mit 2:49,02 einen Streckenrekord auf, 2016 verbesserte Martina Strähl die Frauenbestmarke auf 3:19,16. Dann erfuhr die Laufstrecke einige kleine Anpassungen. Die Rekorde auf der modifizierten Strecke (aufgestellt 2017): José David Cardona (Col) 2:56,21 und Maude Mathys (Sz) 3:12,56. Ob sie am Samstag verbessert werden?

Berner Zeitung

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