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Judenfeindlicher Text: Sigriswiler verurteilt

Der Thuner Gerichtspräsident Raphael Lanz hat gestern einen Sigriswiler wegen Rassendiskriminierung verurteilt.

Er ist 62-jährig, Bergbauer und Handwerker in Sigriswil – und liest nach seiner eigenen Aussage nicht alles durch, was er unterschreibt. Auf diese Weise versuchte sich der Mann gestern vor Einzelrichter Raphael Lanz herauszureden. Er war wegen Rassendiskriminierung angeklagt, weil er im privaten Gratisblatt «Sigriswiler Anzeiger» Anfang Jahr einen Text erscheinen liess, den er mit seinem Namen unterzeichnete. In dem Artikel wurden Juden mit Zionisten gleichgestellt und zum Beispiel beschuldigt, die Ausraubung «gewisser reicher Länder wie Deutschland, Schweiz, Österreich und anderer Staaten längst begonnen» zu haben. Er habe den Text gar nicht richtig durchgelesen, bevor er ihn in Druck gegeben habe, sagte der Angeschuldigte. Und selber geschrieben habe er ihn auch nicht. Wie er allerdings zu dem Elaborat gekommen war, konnte er auch nicht sagen. Lanz verurteilte den Mann wegen Rassendiskriminierung zu einer Busse und einer bedingten Geldstrafe. Zudem muss er einen Kurs des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes über Rassismus und Antisemitismus belegen. miSeite 23>

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