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Kälte erschwerte den Weltrekord

Von 31700 Kerzen brannten 30584: In Mühlethurnen halfen Hunderte von Menschen, diese Lichterkette anzuzünden.

Tausende von Joghurtgläsern zieren am Samstagabend den Sportplatz von Mühlethurnen. Die Gläser sind mit Wachs gefüllt und in Sechserreihen aufgestellt. Noch sieht das Geflecht von kleinen Dreiecken und grossen, geraden Linien etwas unübersichtlich aus. Nur ganz geübte Augen erblicken darin vier grosse, ineinandergeflochtene Sterne. Der fünfte in der Mitte des Ornamentes ist gut auszumachen. Mühsames Anzünden Unterstützt von über hundert Helferinnen und Helfern, wollen Hélène Zbinden und Rudolf Reber einen Weltrekord im Kerzenaufstellen erreichen. Ein Grafiker hat das Sternenbild zentimetergenau ausgemessen. Hundert Gasanzünder stehen bereit, um die 31700 Kerzen anzuzünden. Um 18 Uhr geht es los. Hunderte von Leuten haben sich auf dem Platz eingefunden. Doch bald wird klar, was die Leute den ganzen Abend beschäftigen wird: Wegen der Kälte funktionieren die Anzünder nicht. Ein ständiges «klick, klick» schallt über den Platz. Einige schütteln die Geräte, andere stecken sie unter die Jacke, um sie aufzuwärmen. Doch das nützt alles wenig. Nur zaghaft breitet sich die Lichterkette aus. Einige holen zu Hause robustere Anzünder. «Wer hat noch lange Kerzen zu Hause?», ruft jemand über den Platz. «Wir geben nicht auf», ist überall zu hören. Säcke voller Kerzen werden verteilt. Mit ihnen geht das Entfachen der Lichterkette einfacher. Die temporären Heinzelmännchen vom Gürbetal werden nun musikalisch unterstützt. Neun Frauen von der Alphorngruppe Rockzipfel Gwatt spielen auf. Während die urchigen Klänge über den Platz hallen, entsteht langsam ein klareres Bild der Sterne. Tausende von Lichtern erleuchten nun die Nacht. Mittendrin steht Hélène Zbinden und beantwortet immer wieder die gleichen Fragen. «Nein, wir müssen nicht auf eine bestimmte Zeit fertig werden» und «ja, die Kerzen werden die ganze Nacht lang brennen», beruhigt sie besorgte Fragesteller. Weltrekord als Ziel Je grösser die Lichterkette wird, desto ruhiger werden die Menschen. Eine besinnliche Stimmung breitet sich aus. Mit glänzenden Augen schauen Kinder auf die Kerzen. Auch viele Erwachsene halten inne, um das sich abzeichnende Sternenbild in Ruhe betrachten zu können. «Weltrekord? Das ist doch Nebensache», sagt eine Frau. Die Temperatur ist auf minus 12 Grad gesunken. Wer nicht genügend gut eingemummt ist, geht nach Hause. Die Jury – drei Behördenmitglieder aus umliegenden Gemeinden – beginnt ihre Arbeit. Die vierte Person hat es nicht bis auf den Platz geschafft. Sie messen die Gläserkolonnen aus, zählen nach, rechnen zusammen und erfassen ausgelöschte Kerzen. Der eisige Wind ruft immer wieder Helfer auf das Gelände. Sie entfachen, was er ausgelöscht hat. Um 22 Uhr ist es so weit: Laut der Jury brennen 30584 Kerzen. In etwa einem halben Jahr erfolgt der Eintrag ins Guinness-Buch der Weltrekorde. Ursula Grütter >

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