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Kältewelle erfasst ganz Europa

Die Schweiz friert wie

Zum Auftakt der Weihnachtsferien sausten in der Schweiz am Wochenende zahlreiche Wintersportler zu Tal. Die Temperaturen lagen ausserordentlich tief. Bern vermeldete minus 13 Grad, Basel minus 16 Grad – ein Wert, der seit 13 Jahren nicht mehr erreicht worden war. Den Tiefstwert in der Schweiz verzeichnete La Brévine im Kanton Neuenburg mit minus 34,2 Grad. Das prächtige Winterwetter sorgte auch für Chaos. Im Schweizer Strassennetz kam es zu Rutschpartien. Ein Mofafahrer im solothurnischen Hägendorf starb; er war von einem Auto angefahren worden, das von der Strasse abgekommen war. Am Samstagvormittag waren bei einer Frontalkollision in Horgen fünf Personen verletzt worden, vier davon schwer. Wegen der Kälte war am Sonntag auch der Bahnverkehr gestört, vor allem rund um Moutier im Berner Jura. Drei Bahnlinien waren unterbrochen, weil die Fahrleitungen beschädigt waren. Keine Züge verkehrten etwa zwischen Biel und Delsberg, die Reisenden mussten den Umweg über Olten in Kauf nehmen. Unterbrochen war auch die Linie Moutier–Tavannes. Chaos an den Flughäfen Strenger Frost hat auch Deutschland ein weisses Wochenende beschert. Schnee und Glätte behinderten Strassen- und Schienenverkehr. Das Winterwetter kostete mindestens sechs Menschen das Leben. An den Flughäfen Frankfurt und Düsseldorf wurden Flüge gestrichen oder umgeleitet. Auch auf den Airports von Brüssel und London gab es Flugausfälle. In Polen sind am Wochenende bei Temperaturen um minus 20 Grad mindestens 29 Menschen erfroren. Die meisten Opfer waren obdachlose und alkoholisierte Männer. Seit Anfang Dezember starben in Polen 47 Menschen infolge der Kälte. Auch Italien litt unter Minusrekorden. In der unbewohnten Marcesina-Ebene in Venetien wurden minus 29 Grad gemessen. In Ligurien kamen zwei Menschen ums Leben, weil sie mit Öfen geheizt hatten, die defekt waren. Auf Sardinien sorgten heftige Regenfälle für einen Erdrutsch, der einen Zug entgleisen liess. Dabei wurde der Lokführer getötet. In Venedig stieg das Wasser am Samstag um 114 Zentimeter. Etwa 14 Prozent der Stadt standen unter Wasser, ausserdem war sie teilweise von einer Schneeschicht überzogen. Horror im Eurotunnel Eine Horrornacht erlebten zweitausend Bahnreisende, die am Freitagabend von Paris nach London fahren wollten. Fünf Eurostar-Züge blieben im Tunnel unter dem Ärmelkanal stecken. Grund für die Pannen war der starke Temperaturanstieg bei der Einfahrt der aus dem verschneiten Frankreich kommenden Züge in den 25 Grad warmen und feuchten Tunnel. Die Passagiere mussten nach stundenlangem Warten über hundert Meter unter Meeresspiegel in andere Züge umsteigen. Der Verkehr bleibt auch heute Montag noch unterbrochen. Von der Panne sind bisher total 60000 Passagiere betroffen. Schneestürme in den USA Einer der heftigsten Schneestürme seit Jahrzehnten hat auch weite Teile der US-Ostküste lahmgelegt. Mindestens vier Menschen kamen ums Leben. In Washington rief Bürgermeister Adrian Fenty den sogenannten Schneenotstand aus. In einigen Gegenden fielen fast 60 Zentimeter. Washington war bereits am Samstag von einer 40 Zentimeter hohen Schneedecke überzogen – so viel Neuschnee war hier zuletzt 1932 gefallen. Die Menschen sassen auf den Flughäfen in Washington und Baltimore fest. In Virginia blockierten rund dreitausend Verkehrsunfälle die Autobahnen. Mindestens drei Menschen starben. Manche Autofahrer sassen bis zu zwölf Stunden fest. Sie wurden von Rettungskräften mit warmem Essen und Trinkwasser versorgt und in Notunterkünfte gebracht. Es wird etwas wärmer Die Eiseskälte hält zumindest in der Schweiz nicht an. Aus Südwesten fliesst laut Prognosen schon heute Montag mildere Luft ins Land, und in den Alpen kommt Föhn auf. sda/dpa>

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