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Kandersteg wie vor hundert Jahren

Belle epoqueEnde Januar wird zum dritten Mal das

Aus einem Stammtischgespräch hat sich innert kurzer Zeit eine Marke für Kandersteg entwickelt: Zum dritten Mal wird die Belle-Epoque-Woche Ende Januar organisiert. Das Leben wie vor 100 Jahren zieht immermehr Leute an. «Wir sind fast das ganze Jahr an der Arbeit», sagt Doris Wandfluh, Leiterin des Tourismusbüros. «Den Gästen und den Einheimischen soll ja wohl sein, wenn sie sich in der Zeit zurückversetzen lassen.» Das Programm ist im Groben vorliegend, Anpassungen wird es aber bis zuletzt immer wieder geben. «Wir haben zeitliche und örtliche Verschiebungen gemacht, damit nicht dasselbe Programm wie im letzten Jahr durchgeführt wird. Interessant ist, dass sich die grosse Natureisbahn beim Bahnhof zu einem richtigen Treffpunkt während der Belle-Epoque-Woche entwickelt hat. Deshalb wird sie auch in diesem Winter erstellt.» Darauf wird ein grosses Curlingturnier stattfinden und als Abschluss der nostalgischen Woche ein Hockeymatch. «Jeder kann ein Teil sein» Neu gibt es einen eigentlichen Startanlass am Sonntag, 22.Januar, beim Bahnhof: Die Fahrt mit einem Nostalgiezug von Bern nach Kandersteg gibt den Startschuss, anschliessend ist eine Eislaufgala geplant und dann der gemeinsame Spaziergang durchs Dorf zur Bobbahn. «Alle können bei dieser Promenade mitmachen, die historische Kleider tragen. So wird jeder ein Teil des Anlasses sein», wirbt Doris Wandfluh. Nicht fehlen dürfen natürlich die grossen glamourösen Ballveranstaltungen, wie sie zur Jahrhundertwende in den gehobenen Hotels in Kandersteg üblich waren. Tanzkurse gibt es für Anfänger und Fortgeschrittene. Hervorzuheben ist die Ausstellung von Korsetts und historischen Dessous im Hotel Doldenhorn. Beata Sievi, die in Winterthur ein Geschäft für solche Unterwäsche besitzt, führt zweimal durch ihre Ausstellung. Das Interesse bei den Gästen ist so gross, dass der Anlass um einen Tag verlängert wurde. «Es gibt auch immer wieder Anfragen, irgendwann unter dem Jahr zum Beispiel Belle-Epoque-Gruppenanlässe durchzuführen. Doch darauf verzichten wir bewusst», sagt die Tourismusbüroleiterin. Mittlerweile ist die Bezeichnung Belle Epoque schon fest mit Kandersteg verbunden: An der Landwirtschaftsausstellung Olma in St.Gallen wurde im grossen Umzug in den historischen Kleidern Werbung gemacht. Diverse europäische Medien haben ihr Interesse schon angemeldet. Via eines Berichts in der englischen Zeitung «The Guardian» wurde sogar in einer kambodschanischen Zeitung der Kandersteger Hang zur Nostalgie publik gemacht. Fortsetzung folgt Die Erfolgsgeschichte soll auch weitergehen: Für die ersten drei Durchführungen gab es eine Anschubfinanzierung des Kantons, ab der vierten Ausgabe muss der Anlass auf eigenen Beinen stehen. «Deshalb haben wir für die meisten der zahlreichen Anlässe Eintritte ab 5 Franken eingeführt. Eine Anmeldung ist künftig wegen des grossen Interesses von Vorteil», schaut Wandfluh in die Zukunft. Und wer in historischen Kleidern ein Teil des Ganzen werden will, schaut am besten selber für die passenden Teile: «Hier vor Ort haben wir einiges an Lager, aber auch nicht immer für alle das Passende.» Hans Rudolf Schneider >

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