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2011 war gut, aber nicht gut genug für die Bernische Pensionskasse

Die Bernische Pensionskasse (BPK) hat letztes Jahr im Vergleich mit anderen Kassen bei ihren Geldanlagen eine ordentliche Rendite erwirtschaftet, doch das reicht bei weitem nicht aus, um das Soll zu erfüllen.

Hansjürg Schwander, BPK-Direktor, erläuterte die Zahlen an der Delegiertenversammlung.
Hansjürg Schwander, BPK-Direktor, erläuterte die Zahlen an der Delegiertenversammlung.
Susanne Keller

Nun stellt sich die Frage ob und wie allenfalls Beitragszahler und Leistungsbezüger das Loch stopfen sollen.

Die BPK finanziert sich, wie andere Pensionskassen auch, einerseits über Beiträge der Versicherten, andererseits über Renditen aus Geldanlagen. Und just jene Renditen sind in den letzten Jahren nicht mehr so hoch ausgefallen wie erwartet.

Die Kassenverantwortlichen haben deshalb Ende März angekündigt, den technischen Zinssatz, der ebendiese Erwartungen quantifiziert, von 3,5 auf 2,5 Prozent hinunterzuschrauben. Die tieferen Renditen verschärfen indessen das Problem der Unterdeckung. Diese beläuft sich bei der BPK derzeit auf rund 1,4 Milliarden Franken. Die Senkung des technischen Zinssatzes sei eine ökonomische Notwendigkeit, betonte Pensionskassen-Experte Martin Schnider vor den Delegierten.

Keine Abstimmung

An ihrer Versammlung am Dienstag hätten sich die Delegierten in einer Konsultativabstimmung äussern können, ob sie durch die Zinssatz-Senkung fehlenden Mittel tendenziell eher durch höhere Leistungen oder höhere Beiträge auffangen wollen.

Die Materie sei zu komplex, um auf die Schnelle ein aussagekräftiges Resultat zu bekommen, warnte Matthias Burkhalter, Präsident von Angestellte Bern. Herauskommen würde bei so einer Abstimmung lediglich die «gefühlte Hosensacktemperatur». Dieser Ansicht war denn auch eine klare Mehrheit der Delegierten, die die Durchführung der Konsultativabstimmung schliesslich ablehnte.

Zuspruch erhielt hingegen eine Resolution, die von den Kassenverantwortlichen eine Studie verlangt, in der eine nachhaltige Anlagepolitik nach ethischen Kriterien skizziert wird.

Besser als andere

Die BPK erwirtschaftete 2011 eine Performance von 0,9 Prozent, wie Direktor Hansjürg Schwander vor den Delegierten ausführte. Dies sei im Vergleich zu anderen Kassen ein gutes Resultat. Allerdings liegt die Rendite deutlich unter dem, was die Kasse eigentlich mit 4,1 Prozent bräuchte.

Der Deckungsgrad der Kasse sank letztes Jahr von 88 auf 86,1 Prozent. Ende Jahr verfügte die Kasse über ein Vermögen von 8,8 Milliarden Franken. Die Versorgungsverpflichtungen betrugen 10,2 Milliarden Franken.

Die BPK ist eine der zwei grossen Pensionskassen des Kantonspersonals. Ihr sind über 45'000 Personen angeschlossen, davon über 33'600 aktive Versicherte. Die Lehrerinnen und Lehrer sind der Bernischen Lehrerversicherungskasse BLVK angeschlossen.

SDA/dln

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