44 pensionierte Lehrer wollen einspringen

950 pensionierte Lehrerinnen und Lehrer wurden angefragt, ob sie Lust auf ein Comeback hätten – eine von mehreren Massnahmen gegen den Lehrermangel im Kanton Bern.

Letzten Sommer hätten 20 Lehrerstellen im Kanton Bern nicht ohne Studierende besetzt werden können.<br><em>(Symbolbild/Manuela Merk)</em>

Letzten Sommer hätten 20 Lehrerstellen im Kanton Bern nicht ohne Studierende besetzt werden können.
(Symbolbild/Manuela Merk)

Quentin Schlapbach@qscBZ

Die Berner Schulen haben ein Problem: Sie tun sich schwer, genügend qualifizierte Lehrpersonen zu finden. Um den Lehrermangel zu bekämpfen, hat die Erziehungsdirektion in den letzten Monaten bereits einige Notfallpläne aus der Schublade gezogen.

Im vergangenen Sommer mussten Studierende der Pädagogischen Hochschule Bern einspringen, um die letzten offenen Stellen zu besetzen. Vor zwei Wochen schrieb die Erziehungsdirektion an 950 pensionierte Lehrerinnen und Lehrer einen Brief und fragte sie, ob sie nicht Lust auf ein Comeback hätten. Stand heute erklärten sich 44 der Angeschriebenen bereit, im Notfall zu helfen.

Am Donnerstag präsentierte Erziehungsdirektorin Christine Häsler (Grüne) an einer Medienkonferenz drei weitere Massnahmen, die im Notfall zur Anwendung kommen könnten. Sie wurden von einer im November 2018 extra einberufenen Expertengruppe erarbeitet. «Gerade diese Notmassnahmen möchte ich aber lieber nie ergreifen müssen», sagte Häsler.

Das Notfallszenario sieht vor, dass man in einzelnen Fächern Klassen zusammenlegen oder teilweise vergrössern könnte. Auch solle sich eine Schule in einer personellen Notphase auf die Pflichtlektionen konzentrieren. Wahlfächer oder andere Formen des fakultativen Unterrichts, zum Beispiel «Blockflöteln», könnten zugunsten einer Konzentration gestrichen werden.

Worüber sich manche Lehrpersonen vielleicht sogar freuen dürften, ist die dritte Notmassnahme: Der Berufsauftrag solle wieder verstärkt auf dem Schwerpunkt «Unterrichten, Erziehen, Beraten und Begleiten» liegen und weniger auf der Mitarbeit bei Schul- und Qualitätsentwicklungskonzepten.

Berner Zeitung

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