Frühfranzösisch: Gute Resultate

Erstmals gab es in der Aufnahmeprüfung für das Gymnasium im Französisch keinen Grammatikteil. Die Erziehungsdirektion zieht ­trotzdem ein positives Fazit.

Die Aufnahmeprüfung für die Berner Gymnasien beinhaltete erstmals keinen Grammatikteil.

Die Aufnahmeprüfung für die Berner Gymnasien beinhaltete erstmals keinen Grammatikteil.

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Diesen Sommer kommen die ersten Jugendlichen an die Berner Gymnasien, die bereits ab der dritten Klasse Französisch lernen. Gemäss der neuen Sprach­didaktik büffeln die Schüler nicht mehr vorwiegend Grammatik, sondern erkunden das Französisch spielerisch.

Dies wird von manchen Experten stark kritisiert. Den Jugendlichen fehle eine Struktur in der Sprache, heisst es. Für die Gymnasien bleibt dies nicht ohne Folgen. So wurde etwa der Grammatikteil der Aufnahmeprüfung komplett gestrichen. Stattdessen gab es erstmals einen mündlichen Teil.

In einer Mitteilung zieht die Erziehungsdirektion nun ein positives Fazit zur neuen Prüfung, die Anfang März stattge­funden hat. Insbesondere die Rückmeldungen zum mündlichen Teil seien positiv ausge­fallen. «Die Schülerinnen und Schüler getrauen sich, frei zu sprechen, und beteiligen sich aktiv am Prüfungsgespräch», steht in der Mitteilung. Laut Mario Battaglia, Leiter Abteilung Mittelschulen, seien die Erwartungen der prüfenden Lehrer in diesem Bereich sogar übertroffen worden.

Resultate im oberen Bereich

Tatsächlich blicken die Franz­lehrer an den Berner Gymnasien dem ersten Frühfranzösischjahrgang mit gemischten Gefühlen entgegen. Sie befürchten etwa, dass sie ausbügeln müssen, was vorher nicht vermittelt wurde, beispielsweise den korrekten Satzbau oder die Konjugation der Verben.

Zu diesen Bereichen und damit zur schriftlichen Prüfung seien bei der Erziehungsdirektion keine konkreten Rückmeldungen eingegangen, sagt Batta­glia. Klar sei aber, dass sich die Resultate der gesamten diesjährigen Französischprüfung im oberen Bereich der Vorjahre bewegen würden.

Der erste Frühfranzösischjahrgang ist auch der erste, der im deutschsprachigen Kantonsteil flächendeckend bereits nach der 8. Klasse an den Gymer wechselt. Bisher fand der Übertritt mancherorts erst nach der 9. Klasse statt. Trotz des Wechsels sei die Übertrittsquote stabil geblieben, schreibt die Erziehungsdirektion in der Mitteilung.

So treten im Sommer 1761 Schülerinnen und Schüler in den Gymer ein (Vorjahr: 1819). 1604 Jugendliche wurden von ihren Lehrern empfohlen (Vorjahr: 1593), 157 mussten die Aufnahmeprüfung absolvieren (Vorjahr 226). (mab)

Erstellt: 22.03.2017, 14:19 Uhr

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