Kiffer-Clubs: Ein Denkverbot hilft niemandem

Ein Kommentar von BZ-Stadtredaktor Christoph Hämmann zum Entscheid des Grossen Rates gegen Versuche mit Canabisclubs in Kanton Bern.

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Einst bestimmte eine «Allianz der Vernunft», angeführt von FDP und SP, die schweizerische Drogenpolitik. Sie orientierte sich an den realen Problemen, die sich vor allem in den Städten stellten, und sie suchte – wissenschaftlich begleitet – nach neuen Ansätzen, weil die alten gescheitert waren.

Ein Vierteljahrhundert später votieren 11 von 14 Berner FDP-Grossräten mit der Mehrheit des Kantonsparlaments für den Status quo: Weil Kiffen schädlich ist, muss es überall und unter allen Umständen verboten werden.

Diese Argumentation blendet aus, dass trotz aller Verbote und Präventionsbemühungen 500'000 Menschen im Land (gelegentlich) kiffen. Und sie verbietet, auch nur darüber nachzudenken, ob sich mit kontrollierter Ware und einem ausgetrockneten Schwarzmarkt die Situation verbessern liesse – insbesondere beim Jugendschutz.

Stossend ist an der Debatte vom Dienstag zudem, dass sie am falschen Ort geführt wurde und der Entscheid deshalb bloss symbolische Wirkung hat. Über ein allfälliges Gesuch einer Berner Stadt wird das Bundesamt für Gesundheit entscheiden. Es wird sich dabei hoffentlich nicht von Denkverboten leiten lassen.

Mail: christoph.haemmann@bernerzeitung.ch (Berner Zeitung)

Erstellt: 19.11.2014, 06:48 Uhr

BZ-Stadtredaktor Christoph Hämmann (Bild: Andreas Blatter)

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