Verstösse gegen Jugendschutz gehen weiter zurück

Region Thun

In der Stadt Thun und fünf weiteren Gemeinden wurden letztes Jahr erneut Testkäufe von Alkohol und Tabak durchgeführt. Bei über 70 Kontrollen fielen weniger als 10 Prozent der Betriebe durch. Die Quote ist weiter rückläufig.

Ein Jugendlicher vor dem Spirituosen-Regal: In der Region Thun werden die Regeln zum Jugendschutz immer besser umgesetzt.

Ein Jugendlicher vor dem Spirituosen-Regal: In der Region Thun werden die Regeln zum Jugendschutz immer besser umgesetzt.

(Bild: Keystone)

Kein Bier und Wein an Jugendliche unter 16 Jahren, keine Spirituosen und Tabak an unter 18-Jährige: Seit Jahren gelten diese Regeln im Umgang mit den Volksdrogen Alkohol und Tabak. Und seit Jahren – genauer gesagt seit 2006 – führt das Polizeiinspektorat der Stadt Thun Alkohol- und Tabaktestkäufe durch, um zu kontrollieren, wie gut das Gesetz eingehalten wird.

Die Testkäufe «tragen dazu bei, dass die Verstösse rückläufig sind», teilte die Stadt am Donnerstag mit. Die letztes Jahr in Thun, Heimberg, Spiez, Steffisburg, Uetendorf und Uttigen durchgeführten Käufe hätten gezeigt, «dass sich die Betriebe mehrheitlich an die gesetzlichen Bestimmungen halten», so die Stadt.

7 von 72 fielen durch

Das Polizeiinspektorat liess total 72 Restaurantbetreiber, Detailhändler und Veranstalter testen. Unrechtmässig Alkohol und Tabak verkauft wurden in sieben Fällen. «Damit fällt die Beanstandungsquote auf unter 10 Prozent», hält die Stadt fest. Zum Vergleich: 2016 betrug der Wert noch 20 Prozent, 2015 waren es 32 Prozent. Im Detailhandel und in Restaurants wurden bei 47 Testkäufen fünf Verstösse verzeichnet.

Bei Anlässen fielen bei 25 Testkäufen gar nur zwei Veranstalter respektive 8 Prozent durch. In diesem Bereich ging die Quote der Beanstandungen deutlich zurück (2016: 19 Prozent, 2015: 70 Prozent), was die Stadt besonders freut. Gerade bei Veranstaltungen seien Testkäufe und die Sensibilisierung für den Jugendschutz «besonders wichtig, da hier oft Mitarbeitende ohne Gastronomieerfahrung im Einsatz sind».

Testkäufe werden fortgesetzt

Wegen der positiven Erfahrungen halten die sechs beteiligten Gemeinden an den Testkäufen fest. «Ziel des Polizeiinspektorats Thun ist es, die Beanstandungsquote auf diesem tiefen Stand zu halten oder sogar noch weiter zu senken», schreibt die Stadt. Die jugendlichen Testkäufer werden jeweils durch Verwaltungspersonal und Jugendarbeiter geschult.

Was mit den fehlbaren Betrieben passiert, entscheidet jeweils der zuständige Regierungsstatthalter. Beim ersten Fehlverhalten wird in der Regel eine Verwarnung ausgesprochen. Bei erneuten Verstössen gegen das Gesetz können Verbote für den Verkauf von Alkohol oder Tabak von bis zu drei Monaten verfügt werden.

«Zudem müssen die Betriebe ihre Jugendschutzkonzepte überarbeiten und das Personal schulen», so die Stadt. Polizeiinspektor Peter Schütz sagte am Donnerstag auf Anfrage, dass sich unter den sieben fehlbaren Alkohol- und Tabakverkäufern «keine Wiederholungstäter» befänden.

Im Kanton Bern gilt nebst den eingangs erwähnten Alterslimiten ein generelles Werbeverbot für Tabak und Alkohol auf öffentlichem oder einsehbarem privatem Grund.

gbs/pd

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