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Arbeitslose Frau zu Unrecht bestraft

Eine Frau wehrte sich erfolgreich dagegen, dass ihr nach einer fristlosen Kündigung das Arbeitslosengeld gekürzt werden sollte.

Das Berner Verwaltungsgericht pfeift die Arbeitslosenkasse zurück.
Das Berner Verwaltungsgericht pfeift die Arbeitslosenkasse zurück.
Keystone

Anfang Februar 2014 hatte die Frau die unbefristete Teilzeitstelle angetreten. Drei Monate später erhielt sie die fristlose Kündigung.

Als sie Ende April Arbeitslosenentschädigung ab dem Zeitpunkt der Kündigung beantragte, wollte das Amt für Berner Wirtschaft wissen, ob sie die Kündigung akzeptiert habe. Die Firma habe den Betrieb aus finanziellen Gründen sofort eingestellt, es drohe der Konkurs, beschied die Frau. Die Arbeitslosenkasse strich ihr in der Folge die Entschädigung für 24 Tage. Sie begründete ihren Entscheid mit «selbst verschuldeter Arbeitslosigkeit». Denn die Frau habe auf die ihr zustehende Kündigungsfrist von einem Monat und damit auf den Lohn verzichtet. In einem solchen Fall springe die Arbeitslosenkasse nicht ein.

Unzumutbare Situation

Das sieht das bernische Verwaltungsgericht anders: Es hiess die von der Betroffenen erhobene Beschwerde gut. Zugleich kritisierte es die Arbeitslosenkasse. Diese hätte die Umstände gründlicher abklären müssen, was sie aber nicht getan hatte. Das Verwaltungsgericht stellte sich auf den Standpunkt, dass es für die Frau unzumutbar gewesen wäre, an der Arbeitsstelle zu verbleiben.

Aufgrund der finanziellen Situation der Firma habe tatsächlich die Gefahr bestanden, dass die Frau ihren Lohn nie erhalten würde. In einem solchen Fall hätte die Betroffene sogar selber fristlos kündigen dürfen, ohne dass ihr dies als selbst verschuldete Arbeitslosigkeit hätte angelastet werden dürfen. Die Arbeitslosenkasse habe die Anspruchsberechtigung deshalb zu Unrecht eingestellt, folgert das Gericht.

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